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Lokale Aktionsgruppe Börde



Lokale Entwicklungsstrategie
2007 - 2013


Leader in Sachsen - Anhalt Lokale Entwicklungsstrategie für die Börde
W. Westhus Landschaftsarchitekt und Architekturbüro Windisch 2

Gliederung
1. Einleitung
1.1 Strategie und Entwicklungsziele für das Gebiet
1.2 Methodik der Erarbeitung des Leaderkonzeptes
A Gebietsspezifische Kriterien
A.1 Gebietsabgrenzung / Gebietsgröße
A.2 Stärken und Schwächen des Gebietes
A.3 Gebiete mit besonderem Schutzstatus
A.4 Darstellung der Bevölkerungsentwicklung und der Bevölkerungsdichte
A.5 Arbeitslosigkeit
B Zusammenarbeit in der LAG
B.1 Darstellung der Organisationsform der LAG
B.2 Management
B.3 Darstellung der Mitglieder der LAG und der Stimmrechte
B.4 Geschäftsordnung der LAG
C Maßnahme- und Vorhabenskriterien
C.1 Auswahl der Themen
C.2 Beschreibung von Einzelvorhaben
C.3 Darstellung der gebietsübergreifenden und transnationalen Projekte
C.4 Übertragbarkeit der Aktionen
C.5 Ziele und Umsetzung der Öffentlichkeitsarbeit
C.6 Darstellung des zu erwartenden Mehrwerts des Gesamtkonzeptes
D Finanzierungsplan
D.1 Darstellung der Gesamtausgaben
D.2 Benennung möglicher KO-Finanzierungsträger
D.3 Aussagen zur Finanzierung des Leadermanagements
E Monitoring
E.1 Beschreibung des Monitoringverfahrens
E.2 Darstellung der qualitativen und quantitativen Erfolgskriterien zur Überprüfung der
regionalen Entwicklung
F Anlagen
Anlage 1: Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsdichte
Anlage 2: Arbeitslosigkeit
Anlage 3: Geschäftsordnung der LAG
Anlage 4: Mitglieder der LAG
Anlage 5: Tabellarische Übersicht über die Einzelmaßnahmen
Anlage 6: Vorgaben der Raumordnung
Anlage 7: Handlungslinien und Handlungsfelder des ILEKs
Anlage 8: Mindestkriterien für die Projekteignung

1. Einleitung
1.1 Strategie und Entwicklungsziele für das Gebiet
Grundlagen für die lokale Entwicklungsstrategie
Die Entwicklungsstrategie wird aus den übergeordneten Rahmenbedingungen und den Vorgaben
abgeleitet. Grundlage für die Entwicklung in Europa sind die Vorgaben der Europäischen Union für
den ländlichen Raum. Die Strategie wird vom großen transnationalen Rahmen der EU auf die
konkreten regionalen Erfordernisse der lokalen Aktionsgruppe heruntergebrochen.
Vorgaben der Europäischen Union
Grundlage für die Entwicklung der Region sind die übergeordneten Richtlinien, Planungen und
Programme. Diese werden im folgenden Abschnitt kurz erläutert.
Zur Ausrichtung der Förderung der ländlichen Räume wurde durch die Europäische Union am
20.09.2005 die ELER – Verordnung (Verordnung (EG) Nr. 1698/2005 des Rates vom 20. September
2005 über die Förderung der Entwicklung des ländlichen Raumes durch den Europäischen
Landwirtschaftsfond für die Entwicklung des ländlichen Raumes) beschlossen. Die Gründe für die
Aufstellung dieser Verordnung werden eingehend erläutert (siehe Punkt 11 der ELER - Verordnung).
Wichtig ist die zielgerichtete Konzentration der eingesetzten Mittel, die in den Punkten 46 und 51
inhaltlich näher und mit dem Blick auf LEADER als Förderinstrument ausgeführt werden.

Die dargelegten Gründe für die Aufstellung der ELER – Verordnung und damit für die Entwicklung des
ländlichen Raumes in Europa finden ihre Ausformulierung in den Artikeln 2, 4, 16, 52 und 61 der
Verordnung.
Die Schwerpunkte der ELER – Verordnung sind:
1. Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Land- und Forstwirtschaft
2. Verbesserung der Umwelt und der Landschaft
3. Lebensqualität im ländlichen Raum und Diversifizierung der ländlichen Wirtschaft
4. Leader
Die ELER – Verordnung wird durch Durchführungsbestimmungen der EU und des Landes untersetzt
und konkretisiert.

Nationaler Strategieplan der Bundesrepublik Deutschland
Auf die ELER-Verordnung der EU baut unter anderem der im März 2006 veröffentlichte Entwurf des
„Nationalen Strategieplanes Bundesrepublik Deutschland für die Entwicklung ländlicher Räume“ auf.
Der nationale Strategieplan wird wie folgt abgeleitet:

„Die strategischen Leitlinien der EU zeigen die wesentlichen Herausforderungen, Ziele und
Handlungsansätze aus europäischer Sicht. Der Nationale Strategieplan enthält die wirtschaftliche,
strukturelle, ökologische und soziale Situation ländlicher Räume und ihre Entwicklungspotentiale, ein
strategisches Gesamtkonzept sowie Prioritäten für jeden Schwerpunkt einschließlich einer
Quantifizierung der Hauptziele und Indikatoren für die Begleitung und Bewertung.“

Es folgt eine Bewertung des gegenwärtigen Zustandes des ländlichen Raums. Unter Punkt 2 des
Strategieplanes wird das Gesamtkonzept folgendermaßen zusammengefasst:

„Die ländlichen Gebiete werden in den nächsten Jahren angesichts der veränderten
Rahmenbedingungen (Globalisierung, demografischer Wandel, hohe Arbeitslosigkeit,
unbefriedigendes Wirtschaftswachstum...) vor besonderen Herausforderungen stehen. Der
Europäische Rat hat anlässlich der Neubelebung der Lissabon- und Göteborg-Strategie
beschlossen, dass in der neuen Förderperiode der Fonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes
(ELER) auch auf Wachstum, Beschäftigung und Nachhaltigkeit auszurichten ist. Die Politik für den
ländlichen Raum soll unter besonderer Einbindung der Land- und Forstwirtschaft diese Aufgaben
unterstützen.“

„Mit der Gesamtstrategie werden deshalb schwerpunktübergreifend insbesondere folgende zentrale
Ziele verfolgt:
- Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, Erschließung neuer Einkommenspotentiale sowie damit
verbunden Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen innerhalb und außerhalb der Landund
Forstwirtschaft;
- Verbesserung des Bildungsstandes, der Kompetenz und des Innovationspotentials;
- Stärkung des Umwelt-, Natur-, und Tierschutzes sowie Verbesserung der Produktqualität;
- Sicherung und Entwicklung der Kulturlandschaften vor allem durch Landbewirtschaftung;
- Erhaltung und Verbesserung der Lebensqualität im ländlichen Raum.“

„Als wichtiges Element der gesamten Strategie zur Umsetzung der Politik für ländliche Räume wird ein
multisektoraler, partnerschaftlicher, kooperativer, vernetzender und innovativer Ansatz sein. Dafür
werden unter anderem integrierte lokale Entwicklungsstrategien verstärkt genutzt:
- zur Erarbeitung gemeinsamer Entwicklungsziele,
- zum Ausgleich unterschiedlicher Interessen,
- zur Nutzung von Synergieeffekten sowie
- zur Erschließung endogener Entwicklungspotentiale und privater Ressourcen.“

Zur Ausgestaltung des Schwerpunktes 4 „Leader“ der ELER – Verordnung wird folgendes ausgesagt:

„Thematisch soll der Leader – Ansatz, ausgehend von den regionalen Bedürfnissen, alle
Schwerpunkte berücksichtigen. Große Bedeutung haben dabei Maßnahmen des Schwerpunktes 3.
Ein ausgewogener Leader – Ansatz kann sich nicht nur auf Maßnahmen der ELER – Verordnung
beschränken, vielmehr sind auch andere Förderpolitiken inhaltlich und konzeptionell einzubinden.“

Vorgaben der Landesregierung
Wie die Bundesregierung hat auch die Landesregierung Sachsen – Anhalt Vorgaben zur Entwicklung
der ländlichen Räume formuliert. Diese beziehen sich auf die Entwicklung der ländlichen Räume in
der zukünftigen Förderperiode. In der Veröffentlichung „Einsatz der EU – Fonds 2007 – 2013: Analyse
der Ausgangslage und Eckpunkte der Förderstrategie“ (Staatskanzlei des Landes Sachsen-Anhalt
2004) werden die folgenden Eckpunkte für eine Ausrichtung der Förderpolitik vorgegeben.

Eckpunkte des Landes für den Einsatz der EU-Fonds
1. Die Förderpolitik hat sich im Grundsatz bewährt.
2. Die geringe Mittelausstattung der EU-Fonds nach 2006 sowie rückläufige Einnahmen im
Landeshaushalt erfordern Prioritätensetzung in der Förderpolitik des Landes.
3. Um Wachstum und Beschäftigung nachhaltig zu unterstützen, werden die Prioritäten
„Forschung, Entwicklung und Innovation“, „Bildung“ sowie Investitions- und
Unternehmensfinanzierung gesetzt.
4. Im Bereich Forschung, Entwicklung und Innovation werden die FuE-Kapazitäten der
Unternehmen gestärkt und der Transfer zwischen Wirtschaft und Wissenschaft verbessert.
5. Bildung: Qualifizierung, Förderung der Selbstständigkeit und des Innovationspotenzials.
6. Bildung: Systematische Stärkung und Nutzung der Fähigkeit des Landes von der Krippe bis
zur Hochschule.
7. Investitions- und Unternehmensfinanzierung zur Stärkung der Exportbasis und zum Abbauen
des Leistungsbilanzdefizits.
8. Alle EU-Fonds tragen zur Umsetzung der Prioritäten „Forschung, Entwicklung und
Innovation“, „Bildung“ sowie Investitions- und Unternehmensfinanzierung“ und damit zur
Erfüllung des Wachstums- und Beschäftigungszieles bei.
9. Begleitende Infrastrukturförderung zur Unterstützung von Wachstum und Beschäftigung.
10. Die Wachstums- und Beschäftigungsorientierung ist zentraler Hebel zur Minderung der
Bevölkerungsverluste und zur Bewältigung der Folgen des demografischen Wandels.
11. Rückläufige Einnahmen erfordern eine angepasste Förderstrategie des Landes.
12. Dort wo dies möglich und mit dem Grundsatz der Additionalität vereinbar ist, sollen die EUFonds
zur Erfüllung von Pflichtaufgaben des Landes genutzt werden.
13. Verbesserung der Komplementarität zwischen Landes- und Bundesförderung.

Um die Probleme der ländlichen Entwicklung zu lösen, hat das Kabinett am 22.02.2005 beschlossen
die „Allianz Ländlicher Raum“ als Informations-, Beratungs- und Ideenbündelungsgremium mit einem
sektorenübergreifenden Ansatz zu bilden. Am 21.12.2005 wurde ein Positionspapier der „Allianz
Ländlicher Raum“ veröffentlicht. Dieses beinhaltet die „Leitlinien für die Entwicklung des ländlichen
Raumes in Sachsen-Anhalt“. Die Leitlinien dieses Positionspapiers bilden auch die Grundlage für die
Entwicklung in der Börde. Zur Entwicklung im ländlichen Raum heißt es:
„Zur Verwirklichung dieser Ideen setzt die „Allianz Ländlicher Raum“ auf die Eigeninitiative der
Regionen. Mit den ILEKs und Leaderkonzepten sollen die Initiativen vor Ort genutzt werden, damit
zielgerichtet die Fördermittel eingesetzt werden können.“

Den Grundsätzen der „Allianz Ländlicher Raum“ folgen auch die Aussagen der „Vereinbarung
zwischen dem CDU Landesverband Sachsen – Anhalt und dem SPD Landesverband Sachsen –
Anhalt über die Bildung einer Koalition in der fünften Legislaturperiode des Landtages Sachsen-
Anhalt 2006 – 2011“.

Kernaussagen sind:
- Die Entwicklung auf dem Land ist zu einem Kernthema geworden.
- Ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg liegt dabei in der Integration der verschiedenen
Politikfelder und in der Neuausrichtung und Bündelung von Förderinstrumenten.
- Die Koalitionspartner wollen den ländlichen Raum als Lebens-, Wirtschafts- und
Erholungsraum attraktiv entwickeln. Die im Rahmen von integrierten Entwicklungskonzepten
festgelegten Ziele sollen zur integrierten Regionalen Entwicklungsplanung qualifiziert werden.
Hierbei ist vorrangig privatem Engagement Unterstützung zum Erhalt und zur Schaffung
dauerhafter Arbeitsplätze zu gewähren.
- Der naturnahe Tourismus und Urlaub auf dem Land ist zu fördern.

Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum des Landes Sachsen – Anhalt (EPLR)
Das EPLR wurde durch das Land Sachsen-Anhalt erarbeitet und im Frühjahr 2007 zur Bestätigung an
die EU nach Brüssel gesendet. Man kann davon ausgehen, dass die Unterlagen zum Herbst durch die
EU bestätigt werden. Im EPLR sind die Rahmenbedingungen für die Umsetzung der ELER – Richtlinie
der EU im Land Sachsen – Anhalt fixiert. Somit bildet dieses Programm die Grundlage für die
Entwicklung im ländlichen Raum. Mit den Vorhaben der lokalen Entwicklungsstrategie wird auf die
Förderkriterien dieses Programmes zurückgegriffen. Die konkreten Bedingungen für die Förderung
werden in der Richtlinie des Landes zur Entwicklung des ländlichen Raumes festgeschrieben (RELE).
Diese Richtlinie wird wahrscheinlich im Herbst 2007, nach der Bestätigung des EPLR, veröffentlicht.

Vorgaben der Region Magdeburg
Die Planungsregion Magdeburg als mittlere Ebene der Regionalplanung hat durch den regionalen
Entwicklungsplan und das integrierte ländliche Entwicklungskonzept die Vorgaben der EU, des
Bundes und des Landes auf den Großraum angewendet und konkretisiert.

Vorgaben der Raumordnung
Grundlage für die Auswertung der Vorgaben der Raumordnung ist der regionale Entwicklungsplan für
die Planungsregion Magdeburg, gültig ab dem 29.05.2006. Die genauen Vorgaben können der Anlage
6 entnommen werden. Diese entsprechen den grundsätzlichen Entwicklungsideen der Lokalen
Aktionsgruppe.
Als Ergänzung zu den Vorgaben des regionalen Entwicklungsplanes wurden in den
Diskussionsrunden des Arbeitskreises Daseinsvorsorge, soziale Sicherung und Infrastruktur der
folgende Standpunkt zur Gliederung der zentralen Orte abgestimmt. Dieser Standpunkt wird mit der
lokalen Entwicklungsstrategie untersetzt.
„Zusätzlich zu den zentralen Orten sind weitere Orte mit zentralörtlichen Einrichtungen der
Infrastruktur und Daseinsvorsorge ausgestattet. Diese dienen insbesondere der Bevölkerung dieser
Orte, werden darüber hinaus aber auch für weitere Orte in ihrem Umfeld wirksam. Als solche
„Versorgungskerne“ haben sich folgende Orte herauskristallisiert:
- Ausleben
- Hadmersleben
- Hamersleben
- Hornhausen
- Kroppenstedt

Integriertes ländliches Entwicklungskonzept (ILEK) für die Planungsregion Magdeburg
Für die Region Magdeburg (Landkreis Jerichower Land, Landkreis Schönebeck, Bördekreis,
Ohrekreis und die ländlichen Gebiete der Landeshauptstadt Magdeburg) wurde 2005/2006 das ILEK
„Region Magdeburg“ erarbeitet und am 26.01.2006 durch die Koordinierungsgruppe bestätigt. Die
Rechtsgrundlage für das ILEK bilden die Grundsätze für die Förderung der integrierten ländlichen
Entwicklung in der Bund – Länder – Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des
Küstenschutzes (GAK), GAK – Rahmenplan 2005. Die Ausrichtung des ILEK entspricht den Inhalten
und Schwerpunkten der ELER – Verordnung und wurde aus dieser abgeleitet. Entsprechend der
Vorgaben des Ministeriums für Landwirtschaft und Umweltschutz sind die lokalen
Entwicklungsstrategien aus dem ILEK zu entwickeln.

Speziell für die Region der LAG „Börde“ wurden im ILEK die folgenden Ziele bzw. Leitprojekte
formuliert:
- Das Dorf Üplingen als Agenda – 21 – Siedlung und Motor einer nachhaltigen Entwicklung im
ländlichen Raum (Üplingen 2049)
- Entwicklung neuer Wertschöpfungsketten durch dezentrale Erzeugung und Verwendung
regenerativer Energieträger aus der Landwirtschaft
- Unterstützung der Klein- und Kleinstunternehmen in der Bestandsicherung und der
Neugründung
- Aufbau neuer Vermarktungsketten durch Verwertung innovativer industrieller Erzeugnisse
durch das Handwerk.
Die im ILEK entwickelten einzelnen Handlungslinien und Handlungsfelder können vollständig der
Anlage 7 entnommen werden. Diese Handlungslinien und Handlungsfelder bilden den Rahmen und
die Grundlage für die Entwicklung des ländlichen Raumes in den beiden Verwaltungsgemeinschaften.

Regionale Hauptwertschöpfungsquelle:
Durch die sehr fruchtbaren Böden spielt die Landwirtschaft und das verarbeitende Gewerbe
(Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte) nach wie vor eine bedeutende Rolle in der Region und ist
mit der größte Arbeitgeber. Die Dörfer werden durch moderne landwirtschaftliche Beriebe mit einer
hohen Produktivität geprägt, die überwiegend Weizen, Zuckerrüben, Raps und Kartoffeln anbauen.
Große Verarbeitungsbetriebe haben sich in Oschersleben (Stöver Kartoffelverarbeitung), Klein
Wanzleben, (Zuckerrüben – außerhalb der Region), Üplingen (Kornbrennerei) und Kroppenstedt
(Raps und Zwiebeln) angesiedelt.
Die Leaderregion Börde sowie der gesamte Bördekreis sind wirtschaftlich geprägt von einem
homogenen Geflecht von mittelständischen Handwerksbetrieben aus den Metallberufen, dem
Baugewerbe und anderen Branchen. Tochterunternehmen größerer Konzerne und
Aktiengesellschaften wie das Pumpenwerk WILO, der Lebensmittelbetrieb Stöver, die Rapsölmühle in
Kroppenstedt, usw. prägen die Struktur der Wirtschaft.
Das wirtschaftliche Zentrum der Region, die Stadt Oschersleben, blickt heute auf eine alte
Maschinenbautradition zurück. Schon 1916 ließ sich im ersten Weltkrieg hier das damals jung
gegründete Flugzeugwerk AGO nieder und produzierte bis 1945 Flugzeuge verschiedener Arten.
Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Werk von der Sowjetbesatzung demontiert und aufgelöst. Aus
diesen Strukturen entstand das landwirtschaftliche Instandsetzungswerk (LIW). Pumpenfabriken
wurden in Oschersleben um das Jahr 1900 gegründet. Pumpen und Motoren werden noch heute in
Oschersleben produziert. Ein Beispiel hierfür ist die Firma WILO mit Hauptsitz in Dortmund und die
Firma Odesse.
Heute ist in der Region ein breites Angebot von etwa einem Dutzend Firmen ansässig, welche im
nahen und weitesten Sinn mit Maschinenbau ihren Umsatz erzielen.

1.2 Methodik der Erarbeitung des Leaderkonzeptes
Arbeitsablauf
Auf der Gründungsversammlung der LAG am 07.12.2006 wurde ein Vorstand gewählt. Dieser
übernimmt zwischen den Sitzungen der LAG die Geschäfte der LAG. Auf der
Gründungsversammlung wurde beschlossen, dass zur Vorbereitung der lokalen Entwicklungsstrategie
Arbeitskreise gebildet werden. In den Arbeitskreisen erfolgt die Diskussion der fachlichen Vorgaben
für die lokale Entwicklungsstrategie. Weiterhin haben die Arbeitskreise die Aufgabe, die Leaderidee in
die Breite zu tragen und Ideen für die nachhaltige Entwicklung der Region zu sammeln. Die Arbeit an
der Entwicklungsstrategie führte zu mehr Transparenz und Vertrauen unter den Akteuren und hatte
positive Effekte für die kommunale Zusammenarbeit.

Es wurden die folgenden Arbeitskreise gegründet:
1. Arbeitskreis Landwirtschaft, Umweltschutz und regenerative Energiegewinnung unter Leitung
von Herrn Jülich
2. Arbeitskreis Wirtschaft, Gewerbe und Ausbildungsplätze unter Leitung von Herrn Kohrs
3. Arbeitskreis Tourismus, Freizeit, Kultur und Bildung unter Leitung von Herrn Lortz
4. Arbeitskreis Daseinsvorsorge, soziale Sicherung und Infrastruktur unter Leitung von Frau
Matthes
Die Erarbeitung der lokalen Entwicklungsstrategie wurde nach Ausschreibung an das erfahrene Büro
von Herrn Westhus in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Windisch vergeben.
Leader in Sachsen - Anhalt Lokale Entwicklungsstrategie für die Börde
W. Westhus Landschaftsarchitekt und Architekturbüro Windisch 7
Diese haben an den Sitzungen der Arbeitskreise teilgenommen und die LAG über die Entwicklung von
Leader informiert. Durch die breite Beteiligung vieler engagierter Akteure ist in der Region eine
Aufbruchstimmung entstanden. Diese gilt es zu nutzen. Traditionelle Hindernisse zwischen
unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen und Berufszweigen wurden überwunden und es
entstanden Kooperationen, die zu Synergieeffekten bei der regionalen Entwicklung führten. Auf der
Mitgliederversammlung am 18.09.2007 in Oschersleben wurde die Strategie von den Mitgliedern der
LAG bestätigt und es wurde beschlossen diese Unterlagen zur Beteiligung am Wettbewerb
einzureichen.
Methodik
Für die Erarbeitung der lokalen Entwicklungsstrategie kam konsequent das Bottum – up – Prinzip zur
Anwendung. Die Lokale Aktionsgruppe wird zwischen den Mitgliederversammlungen vom Vorstand
vertreten. Der hatte die Aufgabe, die Ausarbeitung der lokalen Entwicklungsstrategie zu begleiten. Die
Arbeit des Vorstandes wird durch vier Arbeitskreise unterstützt. In die Arbeitskreise wurden
interessierte und engagierte Bürger, Vertreter von Firmen und Organisatoren berufen. Grundsätzlich
konnten an den Arbeitskreissitzungen alle interessierten Bürger der Region teilnehmen. Es wurden die
speziellen Probleme und Möglichkeiten der Region diskutiert und die Schwerpunkte für die
Entwicklung herausgearbeitet.
Diese Schwerpunkte sind durch Maßnahmebündel untersetzt. In den Arbeitskreisen wurde parallel zur
theoretischen Ableitung der Entwicklungsstrategie mit den Bürgern vor Ort versucht, erste
Projektideen zu entwickeln und diese langsam zu qualifizieren. Auch soll das Engagement der Bürger
zur Entwicklung der Region genutzt werden. Es ging bereits eine Vielzahl an Projektideen ein. Diese
wurden gesammelt und werden mit der Vorlage des Wettbewerbsaufrufs und den Förderbedingungen
überprüft und in die Entwicklungsstrategie eingepasst.
Auswahl der Vorhaben
Die Auswahl der Vorhaben erfolgt durch die Mitgliederversammlung der lokalen Aktionsgruppe. Dazu
werden durch das Management die Projekte aufbereitet und dem Vorstand zur Vorauswahl
übergeben. Im Anschluss daran haben die Mitglieder der LAG über die Projekte zu beraten und diese
zu bestätigen. Die in der Anlage 8 aufgestellte Tabelle mit den Mindestkriterien wird zur Vorauswahl
von den Antragstellern für jedes Projekt ausgefüllt. An Hand dieser Bewertungskriterien werden
durch die LAG die Projekte bewertet und ausgewählt. Die LAG wird aus den Bewerbungsbögen und
den zeitlichen Vorstellungen der Antragsteller eine Prioritätenliste erarbeiten. Die in der Anlage 5
aufgestellte Prioritätenliste ist vorläufig und stellt den aktuellen Stand der Arbeit dar.

A Gebietsspezifische Kriterien

A.1 Gebietsabgrenzung / Gebietsgröße
Die Lokale Aktionsgruppe „Börde“ besteht aus den Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft
Oschersleben (Stadt Oschersleben, Altbrandsleben, Stadt Hadmersleben, Hornhausen, Peseckendorf
und Schermke) und der Verwaltungsgemeinschaft „Westliche Börde“ ( Am Großen Bruch, Ausleben,
Stadt Gröningen, Stadt Kroppenstedt, Wackersleben und Wulferstedt). Die LAG befindet sich im
Landkreis Börde an der Grenze zu Niedersachsen. Der Landkreis liegt im Westen der Planungsregion
Magdeburg. Im Norden grenzt die LAG an den Landschaftsraum des Flechtinger Höhenzuges, im
Osten an die LAG „Bördeland“ und im Süden an den Harzlandkreis. In Richtung Westen berührt die
LAG den Landkreis Helmstedt in Niedersachsen. Oschersleben war bis Juni 2007 die Kreisstadt des
Bördekreises, ein Mittelzentrum ca. 30 km westlich der Landeshauptstadt Magdeburg. Als weiterer Ort
mit zentralörtlicher Bedeutung wird im regionalen Entwicklungsplan die Stadt Gröningen benannt. Mit
der Kreisgebietsreform im Juli 2007 wurden der Bördekreis und der Ohrekreis zum Landkreis Börde
zusammen gelegt. Oschersleben verlor in diesem Zusammenhang den Status einer Kreisstadt. Der
Landkreis Börde wird durch überregionale und regionale Verkehrswege erschlossen.

Als Magdeburger Börde wird die Landschaft westlich und südlich der Landeshauptstadt Magdeburg
bezeichnet, die durch die historische Entwicklung und die Schwarzerdeböden als homogene Region
geprägt wird. Die Lokale Aktionsgruppe umfasst den westlichen und südlichen Teil der Börde. Diese
Region wird durch ihre Lage zwischen den regionalen, historischen Machtblöcken im Raum geprägt.
Dies waren in der Vergangenheit Magdeburg mit dem Sitz des Erzbischofs und der Verwaltung,
Halberstadt als alte Bischofsstadt und Wolfenbüttel/Braunschweig als Sitz der Herzöge. Die östlich
benachbarte Region ist eindeutig auf die Landeshauptstadt orientiert. Dagegen treffen sich in unserer
LAG verschiedene Einflüsse, die dazu geführt haben, dass die Region als eigenständiger Teil der
Börde angesehen wird. Die Region umfasst in groben Zügen (südlicher und westlicher Teil) den
ehemaligen Landkreis Oschersleben.
Dieser wurde in den 50er Jahren gegründet und 1994 mit dem Landkreis Wanzleben zum Bördekreis
vereinigt. Dadurch sind Strukturen und Beziehungen gewachsen, die die Region inhaltlich prägen und
zusammenhalten. Auch die territorialen Verflechtungen der beiden Verwaltungsgemeinschaften
führten zu einer engen Zusammenarbeit der Verwaltungen und der Bürger.

Gebietsabgrenzung:
- Im Norden grenzt die Region an das Allertal und schließt den Landschaftsraum mit dem
Naturschutzgebiet „Hohes Holz“ ab. Hier grenzt die Region an die LAG „Flechtinger Höhenzug“.
Die Bundesstraßen B 245 und B 246 a bilden zusätzlich eine nördliche Grenzlinie der Region.
- Im Nordwesten wird die Region von der „Allertalstörung“ begrenzt. Diese ist durch große Senken
und Täler in der Landschaft ablesbar.
- Im Osten sind die Übergänge fließend. Hier verläuft die Grenze der Region über große
Ackerflächen mit sanft eingetieften Tälern der kleinen Bäche. In dieser Richtung grenzt die Region
an die LAG „Östliches Bördeland“.
- Im Südosten bilden die Ausläufer des „Hakels“ einen natürlichen Abschluss der Region.
- Im Südwesten öffnet sich die Region hin zum restlichen und flachen Harzvorland. Hier ist die
Region durch die von Nordosten nach Südwesten verlaufende Bundsstrasse B 81 eingefasst.
- Im Westen und Süden grenzt die Region teilweise an den Höhenzug „Huy“ und öffnet sich im
Restbereich zum umliegenden flachen Land. Um den Huy befindet sich die LAG „Rund um den
Huy“.

Übersichtskarte über die Leaderregion Börde

Beschreibung der Region
Zentrum der Region ist die Stadt Oschersleben mit ihren Wurzeln im Maschinenbau und der aktuell
attraktiven Motorsportarena. Um das Zentrum Oschersleben sind das Hohe Holz , Kroppenstedt und
Gröningen und viele kleinere Orte mit attraktiver historischer Bausubstanz gruppiert.
Typisch für die Region sind sogenannte Haufen- und Straßendörfer. Je nach der individuellen
Entwicklungsgeschichte wurde dieses Siedlungsmuster abgewandelt. Für viele Ortschaften sind die
historischen Gebäude bestimmend für die Ortsstruktur.
In der gesamten Region sind frühe Siedlungsspuren zu finden. Durch die zentrale Lage und die
fruchtbaren Böden zählt der Raum zum sogenannten Altsiedelgebiet. Es ist seit der Vorzeit dicht
besiedelt. Ein Beispiel für die frühe Besiedelung ist der Hornhäuser Reiterstein, ein Zeugnis der
Bildhauerkunst in der Region (Darstellung eines fränkischen Reiters aus dem 7. Jahrhundert). Auch
sind viele Bauwerke aus der Zeit der Romanik vorhanden. Dies wird durch den Verlauf der Straße der
Romanik durch die Region dokumentiert. Im Gebiet der LAG hat die Straße der Romanik allein drei
Stationen (Hadmersleben, Kloster Gröningen und Hamersleben)
Erste urkundliche Erwähnungen um 950 n.Chr. tauchen in der Regel mit der Zeit von
Klostergründungen in der gesamten Region auf. Die Region ist flächendeckend mit historischen
Gebäuden speziell Kirchen, Klöstern und Gutshäusern durchzogen. In heutiger Zeit sind stetige und
sanfte Zuwächse innerhalb der kleinen und größeren Ortschaften zu verzeichnen. Breit gestreute
neue Wohnbaugebiete geben der Bevölkerung nachhaltig Möglichkeit sich niederzulassen. Während
in Oschersleben ein breites Netz mittelständischer und Kleinindustrie sowie Handwerk ansässig ist,
gibt es daneben auch in Gröningen einen Betrieb zur Herstellung von Kunststoffformteilen, eine
Spedition und in Kroppenstedt eine Ölmühle. Die unterschiedlichen Entwicklungen sind abzulesen.
Oschersleben, als größte Stadt der Region, wird durch den historischen Stadtkern und die
umgebenden großflächigen Wohn- und Gewerbegebiete geprägt. Während in Gröningen und
Kroppenstedt größere Siedlungsstrukturen auch mit mehrgeschossigen Wohnanlagen und
Gewerbegebiete vorzufinden sind, besteht der restliche Raum aus sehr dörfliche Strukturen mit
kleinen Gassen, Straßen und Häusern, die meist an ein größeres Gut oder Kloster angegliedert sind.
Der Gesamtbereich der Region ist eher ländlich geprägt und wird auch landwirtschaftlich bearbeitet.





A.2 Stärken und Schwächen des Gebietes
Die Stärken und Schwächen der Leaderregion wurden aus den vorliegenden Planungen, den eigenen
Erfassungen und dem ILEK für die Region Magdeburg abgeleitet. Auch sind in die Analyse die
Ergebnisse der Gespräche in den Arbeitskreisen eingeflossen.
Für die Region bestehen die folgenden Stärken und Schwächen sowie Chancen und Risiken bei der
weiteren Entwicklung:

Übersicht über die Stärken und Schwächen der Leaderregion, verknüpft mit den Chancen für eine Entwicklung und den möglichen Risiken.









A.3 Gebiete mit besonderem Schutzstatus
Die Region wurde wegen ihrer sehr fruchtbaren Böden schon sehr lange besiedelt und durch die
menschliche Tätigkeit geprägt. Aus diesem Grund findet man relativ wenige Lebensraumtypen, die
entsprechend der FFH – Richtlinie zu schützen sind. Von der umgebenden Kulturlandschaft heben
sich der Hakel, das Hohe Holz (Hohes und Saures Holz) und das Große Bruch ab.
Der Hakel liegt am südöstlichen Rand des LAG-Gebietes und wird als isolierte Waldinsel, als Nistplatz
von seltenen und gefährdeten Greifvögeln geschützt (FFH – Gebiet und Vogelschutzgebiet).Weiterhin
werden die wertvollen Buchen- und Eichenwälder als Lebensraum seltener und geschützter Arten
bewahrt. Mit dem Schutz des Hakels nimmt Sachsen – Anhalt seine besondere Verantwortung für den
Schutz des Milans wahr. Diese Art besitzt seinen weltweiten Verbreitungsschwerpunkt im nördlichen
Harzvorland in Sachsen-Anhalt.
Das Hohe Holz bildet die nördliche Grenze des Gebietes. Hier findet man wertvolle Waldflächen, die
als Naturschutz- und Landschaftsgebiet geschützt werden. Das Hohe und Saure Holz hat auch für die
Erholungsvorsorge eine überregionale Bedeutung.
Das Große Bruch als großes zusammenhängendes Niedermoor ist die Heimat vieler wertvoller Tierund
Pflanzenarten. Besonders die artenreichen Feuchtwiesen besitzen eine hohe Bedeutung für den
Naturschutz. Hier wird der Schutz des Niedermoors durch eine angepasste Nutzung (Beweidung)
umgesetzt. Mit dem Großen Graben (Großes Bruch) ist die Bode verbunden. Der Fluss entspringt im
Harz und fließt über die Saale in die Elbe. Im Tal der Bode und auf den begrenzenden Hängen haben
sich an vielen Stellen wertvolle Lebensräume entwickelt. Der Wasserlauf der Bode wird als FFH –
Gebiet geschützt.
Übersicht:

A.4 Darstellung der Bevölkerungsentwicklung und der
Bevölkerungsdichte

Allgemein:
In der Region lebten am 31.12.2005 insgesamt 33.541 Einwohner. Wie in der gesamten
Bundesrepublik Deutschland ist die Bevölkerung in der Region überaltert und rückläufig. Die Prognose
für Sachsen Anhalt sieht für den Landkreis Börde bis zum Jahr 2025 einen Schwund der Bevölkerung
von 15,7 % vor (Statistisches Landesamt 2007). Dieser ist bedingt durch die geringe Geburtenrate
und durch die sogenannte „Westwanderung“, die nach der Wende 1990 einsetzte.
Auf Grund des relativ kurzen Zeitraums nach der Wende kann für die Region keine fundierte
Prognose abgegeben werden, da der historische Einschnitt zu hart war und die langfristigen
Auswirkungen noch nicht abgesehen werden können.

Entwicklung der Region
Die beschriebene Region blickt auf eine reichhaltige Kulturgeschichte zurück und verfügt mit den
guten Böden und dem stabilen Klima über wertvolle Ressourcen in der Landwirtschaft.
So war diese Region immer gut besiedelt und genutzt. Zur Zeit der DDR herrschten hier allerdings
durch die Planwirtschaft hervorgerufene künstlich geschaffene Bedingungen der Wirtschaft, die nicht
ausreichend auf der Basis eigener Wertschöpfungsquellen beruhten. Zudem wurde in der DDR-Zeit
der Unterhalt der Infrastrukturen vernachlässigt. Nach dem politischen und gesellschaftlichen
Umbruch im Jahr 1989 mussten Infrastrukturen neu geschaffen, Güter neu verteilt, Betriebe
privatisiert und neu organisiert werden. Verwaltungsstrukturen mussten neu angelegt werden und sich
bewähren. Blickt man auf die 18 Jahre Entwicklung von 1989 bis 2007 zurück, so stellt man fest, dass
der Bevölkerungsschwund bis 1995 5,5 % betrug und in den Folgejahren bis 2005 auf 8,9 % anstieg.
In der Kurzzeiterfassung von 2005 bis 2006 ist eine deutliche Abnahme des Bevölkerungsschwundes
zu verzeichnen. Die Region musste sich durch die Veränderung von der sozialistischen Planstruktur
hin zur sozialen, freien Marktwirtschaft an die neuen Gegebenheiten anpassen. So ist anzunehmen,
dass sich die Bevölkerungsdichte in den kommenden 10 Jahren auf ein zwar niedrigeres aber nun
stabileres Niveau als 1989 einpendelt. Durch den hohen Grad der Mechanisierung bietet die
Landwirtschaft in der freien Marktwirtschaft nicht viele Arbeitsplätze, eine Abwanderung war
demzufolge zwangsläufig. Die Chancen der Region liegen in der Festigung der vorhandenen
Wertschöpfungsstrukturen und dem damit verbundenen Ausbau der soziokulturellen Strukturen.

Nur der Ausbau der soziokulturellen Strukturen sichert die nachhaltige Eigenständigkeit der Region,
indem der Anreiz und die Möglichkeit geschaffen werden jungen Menschen sich die Region zu
erschließen.
Einwohnerdichte (Stand Dezember 2005):
Einwohnerdichte der Leaderregion Börde 86 Einwohner / km²
Einwohnerdichte der VG Oschersleben 118 Einwohner / km²
Einwohnerdichte der VG Westliche Börde 54 Einwohner / km²
Einwohnerdichte des Landes Sachsen Anhalt 119 Einwohner / km²

Für die Region wurden Bevölkerungs- und Haushaltsprognosen für den Zeitraum 2006 bis 2020
erarbeitet, so für die Stadt Oschersleben durch das Institut für Stadtforschung und Strukturpolitik.
Durch verschiedene Vergleichsrechnungen und Grundlagen werden bis 2025 Bevölkerungsverluste
zwischen knapp 7,0 % bis 16,5 % prognostiziert. Diese Zahlen liegen auf dem Niveau der
Wanderungsverluste für den Gesamtkreis des Statistischen Landesamtes.

A.5 Arbeitslosigkeit
Die hohe Arbeitslosigkeit stellt für Sachsen-Anhalt insgesamt ein vordergründiges Problem dar, das
sich in den peripheren ländlichen Regionen noch verstärkt. Entsprechend der Gespräche mit den
Bürgermeistern der Region wird deutlich, dass die relativ günstigen Arbeitslosenzahlen (im Vergleich
des Landes) vor allem der grenznahen Lage der Region geschuldet sind. Viele Bürger haben nach der
Grenzöffnung neue Arbeitsplätze in den Wirtschaftszentren in Niedersachsen gefunden. Aus diesem
Grund ist eine große Anzahl an Pendlern anzutreffen. Dies bewirkt, dass es sich bei den
verbleibenden Arbeitslosen überwiegend um ältere bzw. nicht mobile Bürger handelt. Meist besitzen
diese Bürger auch eine relativ geringe Qualifikation.

Arbeitslosenzahlen Februar 2006:

Deutschland 12,2 %
Ostdeutschland 19,5 %
Westdeutschland 10,4 %
Sachsen-Anhalt 20,8 %
Landkreis Börde 18,9 %

Die Arbeitslosenzahlen sind vom Jahr 2000 auf das Jahr 2005 im gesamten Land Sachsen Anhalt
wie auch im Bördekreis auf Grund der gesamtwirtschaftlichen bundesweiten Strukturschwächen
gestiegen. Dennoch verzeichnete der ehemalige Bördekreis geringere Arbeitslosenzahlen und einen
geringeren Anstieg der Arbeitslosenstatistik als das gesamte Land Sachsen Anhalt. So benötigt die
Region zwar weitere Strukturentwicklungen in den soziokulturellen Bereichen und im
Dienstleistungssektor, blickt jedoch bereits auf ein gesundes Fundament von intakten
Wirtschaftszweigen.

B. Zusammenarbeit in der LAG

B.1 Darstellung der Organisationsform der LAG
Die LAG hat sich im Dezember 2006 als Arbeitsgemeinschaft gegründet und sich zur Organisation
ihrer Arbeit eine Geschäftordnung gegeben (siehe Punkt B.4 und Anlage 3). Die Aufgaben der LAG
werden zwischen den Mitgliederversammlungen durch den Vorstand wahrgenommen. Dieser wurde
aus den Reihen der Mitglieder gewählt. Zur Unterstützung der Arbeit des Vorstandes gründete man
Arbeitskreise (siehe hierzu auch Punkt 1.2 Methodik – Unterpunkt Arbeitsablauf). Dies erfolgte ebenso
zur Verbreitung des Leadergedankens und zur Vorbereitung der lokalen Entwicklungsstrategie. Der
Vorstand wird entsprechend der Vereinbarung durch den Leader – Manager unterstützt (siehe dazu
folgenden Punkt).

B.2 Management
Die Aufgaben des Managements wurden im § 10 der Geschäftsordnung festgelegt. Die Aufgaben
ergeben sich aus dem Mustervertrag des Landesverwaltungsamtes. Dies wird durch die LAG
übernommen und bildet die Grundlage für das Management.
Das Leadermanagement wird durch die Lokale Aktionsgruppe ausgeschrieben und aus den
Bewerbungen wird der geeignete Manager von der LAG ausgewählt. Dabei werden die Vorgaben zur
Qualifikation des MLU und des LvwA beachtet.
Zur Zeit stehen zwei Varianten in der LAG zur Diskussion:
1. Es wird ein gemeinsames Management zusammen mit einer benachbarten Lokalen
Aktionsgruppe installiert um Kosten zu sparen.
2. Die LAG finanziert ein selbständiges Management.
Diese Diskussion konnte bis zum heutigen Tag noch nicht abgeschlossen werden. Das Management
hat grundsätzlich die folgenden Aufgaben:
- Gesamtbetreuung der Leader-Aktionsgruppe in allen wesentlichen Fragen.
- Vorbereitung, Koordination und Betreuung bzw. Begleitung der Einzelprojekte,
- Zusammenarbeit mit den Bewilligungsbehörden und Berichtswesen,
- Mitwirkungspflicht im ILE und Leader-Netzwerk auf regionaler und auf Landesebene
- LAG- und projektbezogene Öffentlichkeitsarbeit.
Im Hinblick auf das o.g. ILE-Management ist anzumerken, dass zum Zeitpunkt der Abgabe des
Entwicklungskonzeptes in der Region Magdeburg keine entsprechende Managementeinheit bestand.
Für den Fall, dass dies zukünftig erfolgt, wird davon ausgegangen, dass der Träger des Leader-
Managements ein koordiniertes Miteinander der beiden Managementstrukturen organisiert. Als Träger
des Managements würde der Landkreis Börde in Frage kommen. Dazu werden zur Zeit noch intensive
Gespräche zwischen der LAG und dem Landkreis geführt.

B.3 Darstellung der Mitglieder der LAG und der Stimmrechte
Die Mitglieder der Lokalen Aktionsgruppe können der Anlage 4 entnommen werden. Dort wurden die
Mitglieder einzeln aufgeführt. Zusammengefasst ergibt sich das folgende Bild:



Im § 6 der Geschäftsordnung sind die Stimmrechte der Mitglieder festgelegt. Entsprechend dieser
Festlegung hat jedes Mitglied eine Stimme. Der Landkreis Börde ist laut Geschäftsordnung mit
beratender Stimme tätig. Eine Beteiligung der Wirtschafts- und Sozialpartner von mindestens 50 % ist
durch die Mitglieder der LAG und die Zusammensetzung des Vorstands gegeben.

B.4 Geschäftsordnung der LAG
Die Geschäftsordnung und Vereinbarung kann der Anlage 3 vollständig entnommen werden. Diese
wurde vom Vorstand aufgestellt, mit den Mitgliedern beraten und am 07.12.2006 beschlossen.

C Maßnahme- und Vorhabenskriterien

C.1 Auswahl der Themen
Leitbild:
Unter Leitbild versteht man die Darstellung eines wünschenswerten zukünftigen Zustandes, der durch
zielbewusstes Handeln und Verhalten erreicht werden kann. Das Leitbild wurde aus dem ILEK
abgeleitet und in den Arbeitskreisen sowie mit dem Vorstand eingehend diskutiert.



Aus dem Leitbild konnten auf der Grundlage des ILEK, der Stärken- und Schwächenanalyse sowie
der Diskussion in der Region die beiden folgenden Schwerpunkte abgeleitet werden.
In der Stärken- und Schwächenanalyse wurden die Handlungslinien und Handlungsfelder aus dem
ILEK identifiziert, für die ein Bedarf in der Region besteht. Bedingt durch die umfassenden Probleme
bieten sich auch viele Ansatzpunkte für eine regionale Entwicklung an. Im Rahmen der Aufstellung der
Entwicklungsstrategie wurde uns die Aufgabe gestellt, die Mittel zu konzentrieren und maximal zwei
Themen (Handlungsfelder / Handlungslinien) als Schwerpunkte zu bearbeiten. In die Auswahl der
beiden Schwerpunkte flossen die folgenden Überlegungen.
Durch das bestehende Leitprojekt „Üplingen 2049“ im ILEK bestehen in der Region schon
Erfahrungen in der ländlichen Entwicklung. An die Erfolge des UNESCO - Dorfes Üplingen will die
LAG anknüpfen und wählt deshalb aus den verschiedenen Möglichkeiten die beiden Handlungslinien /
Handlungsfelder aus, die auch dem Leitprojekt „Üplingen 2049“ entsprechen. Die Ideen und Erfolge in
der kleinen Gemeinde Üplingen soll in die Breite getragen werden, um einen Entwicklungsschub für
die Gesamtregion zu initiieren.

Es wurden die folgenden Schwerpunkte abgeleitet und nach einer eingehenden Diskussion durch den
Vorstand bestätigt.

Schwerpunkte:
Schwerpunkt 1: Schaffung von Arbeitsplätzen durch Stärkung der Wirtschaftskraft
Handlungslinie B: Schaffung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen in Kleinstunternehmen

Schwerpunkt 2: Verminderung der Abwanderung, insbesondere der Jugend aus den Dörfern
Handlungslinie D: Ausbau der Halte- und Rückkehrfaktoren für Jugendliche und junge Familien

Diese beiden Schwerpunkte, übernommen aus dem ILEK, sind noch relativ unkonkret und abstrakt.
Aus diesem Grund werden die Schwerpunkte durch drei konkrete Maßnahmebündel untersetzt.
Dieses führt zu einer weiteren Beschränkung und Konzentration der Aufgaben und Mittel. Die
Ableitung und Festlegung der Maßnahmebündel erfolgte nach einer intensiven Diskussion in der LAG,
den vier Arbeitskreisen und dem Vorstand.

Maßnahmebündel:
1. Verbindung von Energiewirtschaft, Landwirtschaft, Bildung, Kultur und Tourismus als
Motoren der ländlichen Entwicklung und Daseinsvorsorge
Mit diesem Maßnahmebündel ist vor allem der Schwerpunkt 1 umzusetzen. Es werden durch konkrete
Maßnahmen Vorhaben auf den Weg gebracht, die eine regionale Entwicklung ermöglichen. Es geht
vordergründig um die Stärkung der Wirtschaftskraft durch den Aufbau und Ausbau regionaler
Wertschöpfungsketten und die Schaffung neuer Beschäftigungsverhältnisse. Ziel ist es, den Ansatz
des ILEK Leitprojektes „Üplingen 2049“ aufzunehmen und die Entwicklungsansätze, die sich in
Üplingen deutlich zeigen, auf die gesamte Region auszudehnen. Vorrangig sollen
sektorenübergreifende Maßnahmen entwickelt werden, die es ermöglichen, Wertschöpfungsketten in
der Region zu entwickeln.

2. Bildungslandschaft Börde – lebenslanges Lernen als Standortfaktor und
Zukunftschance
Das Maßnahmebündel 1 stärkt die Wirtschaft direkt Mit dem zweiten Maßnahmebündel soll die
wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Standorts langfristig gesichert werden. Ziel ist es, durch die
Unterstützung von Bildungsangeboten, das „lebenslange Lernen“ als Grundlage der
„Wissensgesellschaft“ der Bürger in den Gedanken zu verankern. Damit soll der Wirtschaftsstandort
durch ein überdurchschnittlich gutes Angebot an Fachkräften gestärkt werden. Absehbar ist ein
zukünftiger Fachkräftemangel. Aus diesem Grund haben Regionen mit gut ausgebildeten Fachkräften
hohe Entwicklungschancen im Wettbewerb. Über die Qualifikation, die Investition in Köpfe, will sich
die Region auf den globalen Wettbewerb vorbereiten.

3. Erhaltung ortsbildprägender historischer Bausubstanz durch neue Nutzungen zur
Sicherung der Daseinsvorsorge
Mit dem dritten Maßnahmebündel sollen die weichen Standortfaktoren gestärkt und entwickelt
werden. Der Erhalt ortsbildprägender historischer Bausubstanz stärkt die Identifikationspunkte in den
Ortschaften, die Heimatverbundenheit und damit die wichtigen Haltefaktoren. Die wertvolle
Bausubstanz in den Ortszentren soll mit neuem Leben erfüllt werden. Vielfach bietet sich die Nutzung
durch kulturelle oder gemeinnützige Vereine an. Damit wird neben der Erhaltung der Gebäude und die
dadurch hervorgerufene Heimatverbundenheit, dem gesellschaftlichen Leben in den Ortschaften
Raum gegeben, um sich zu entwickeln. Entsprechend der Erfahrungen vergangener Förderperioden
ist in Dörfern mit aktiven Vereinen eine im Verhältnis geringere Abwanderungsrate zu beobachten.

C.2 Beschreibung von Einzelvorhaben
Die Umsetzung der beiden Schwerpunktthemen erfolgt über die oben beschriebenen
Maßnahmebündel. In diesen Maßnahmebündeln wurden ähnlich gelagerte Projekte
zusammengefasst, um ein definiertes Ziel zu erreichen. Im folgenden Text werden die wichtigsten
Projektideen und ihre Auswirkungen bzw. Vernetzungen kurz erläutert.

Maßnahmebündel 1: Verbindung von Energiewirtschaft, Landwirtschaft, Bildung, Kultur und
Tourismus als Motoren der ländlichen Entwicklung und Daseinsvorsorge
Mit den Projekten dieses Maßnahmebündels sollen wirtschaftliche Aktivitäten in der Region entwickelt
werden. Im Einzelnen sind die folgenden Ziele für die Projekte zu verfolgen:
Ein Schwerpunkt liegt im Bereich der Weiterentwicklung der energetischen Nutzung der Biomasse.
Die Verfahren werden bereits breit angewandt, es gibt aber noch ein großes Entwicklungspotential.
Möglichkeiten der Abwärmenutzung untersuchte man bisher nur wenig. Diese Idee wurde aus dem
Leitprojekt „Üplingen 2049“ für das ILEK übernommen. Die Idee „Üplingen 2049“ ist weitaus
komplexer. Mit Leader will man diesen Teilaspekt lösen. Dazu werden Versuchsanlagen mit
unterschiedlicher Ausrichtung in Kroppenstedt, Üplingen und Oschersleben errichtet und beobachtet.
Für die wissenschaftliche Betreuung, die Ausbildung und die Forschung werden im Herrenhaus
Büroräume ausgebaut. Diese betreuen die Anlagen im Gebiet und sollen diese weiterentwickeln.
Dadurch wird wir eine Steigerung der Effizienz und die Stärkung der regionalen Wirtschaft erwartet.
Begleitet wird dieser Prozess durch die Zusammenarbeit mit Universitäten (Uni Braunschweig und
Magdeburg).

Entwicklung eines regionalen Wirtschaftskreislaufs in Kroppenstedt
Mit dem Projekt soll eine regionale Wertschöpfungskette initiiert werden. Diese bildet dann die
Grundlage für ausgedehntere Wirtschaftskreisläufe. Es ist der folgende Ablauf geplant: Auf den
Ackerflächen der Kirchengemeinde und der Stadt Kroppenstedt werden Landwirte auf der Grundlage
vertraglicher Regelung Ölfrüchte anbauen. Dieser Anbau erfolgt kostenneutral, den Landwirten wird
der Absatz zu stabilen Preisen im Pachtvertrag (Stadt und Kirchengemeinde) garantiert. Aus den
anfallenden Ölsaaten stellt die Ölmühle in Kroppenstedt technisches Pflanzenöl her. Dies erfolgt zu
den marktüblichen Konditionen und wird über den Projektträger geregelt. Mit diesem Pflanzenöl
sollen kirchliche und kommunale Gebäude in Kroppenstedt durch ein kleines Blockheizkraftwerk
beheizt werden. Dadurch wird ein regionaler Absatz garantiert. Mit den Fördergeldern sollen die
vorhandenen Heizungsanlagen so umgerüstet werden, dass mit ihnen technische Pflanzenöle genutzt
werden können. Da sich das Projekt schnell durch die Einsparung von Heizöl rechnet, stellt sich der
Projektträger vor, dass weitere Heizanlagen umgestellt werden können. Mit diesem innovativen und
regionalen Ansatz soll eine neue Möglichkeit umgesetzt werden, fossile Energieträger einzusparen
und über diese kleine regionalen Wertschöpfungskette sollen weitere regionale Netzwerke entstehen.
Die Förderung würde bei diesem Projekt die Umrüstung der Heizsysteme (kirchliche und städtische
Gebäude) umfassen. Mit einem kleinen Betrag soll die Koordinierung der Leistungen unterstützt
werden. Es ist beabsichtigt, mit dem Projekt im Jahr 2008 zu beginnen.

Nutzung der Restwärme der Biogasanlage in Üplingen:
Zur Zeit wird in Üplingen eine Biogasanlage gebaut. Mit dem Vorhaben ist die Restwärme der Anlage
zur Heizung von Gewächshäusern und zur Kühlung von Gemüse verwendbar. Es sollen mit der
Förderung Anlagen finanziert werden mit der die Restwärme zu den Gewäschshäusern gelangt.
Weiterhin ist eine Anlage einzurichten. die die anfallende Wärme technisch in Kälte zur Kühlung
(Sommerbetrieb) umwandelt. Damit soll eine ganzjährige Nutzung der Restwärme ermöglicht werden.
Derartige Anlagen sind eine innovative Lösung und ermöglichen in der angeschlossenen Produktion
von Gemüse (Gewächshäuser) die ganzjährige zusätzliche Beschäftigung von Arbeitskräften.
Die Anlage wird so errichtet, dass sie auch den Ansprüchen der beiden anderen Projekte in Üplingen
dient, erstens der Weiterbildung und zweitens der Forschung. Die Abwärme der Biogasanlagen ist ein
großes Energiepotential, das man durch angewandte Forschungen besser und effizienter anwenden
kann. Dazu dient diese geplante Pilotanlage für die Restwärmenutzung in Üplingen. Der
Projektträger, die Braunschweigstiftung, möchte dieses Schlüsselprojekt so schnell wie möglich im
Jahr 2008 umsetzen, damit die Grundlagen für die weiteren Projekte an diesem Standort geschaffen
werden können.

Einrichtung eines Büros für die Forschung, Betreuung und Entwicklung von regenerativen
Energiesystemen:
Mit der oben beschriebenen Anlage zur Restwärmenutzung steht vor Ort eine innovative, technische
Anlage zur Forschung bereit. Zur wissenschaftlichen Begleitung und für den Test verbesserter
Verfahren werden im Herrenhaus Büroräume ausgebaut, die von Firmen und wissenschaftlichen
Einrichtungen gemietet werden können. Damit wird Wissen in die Region geholt, das zu einer
Entwicklung der Wirtschaft beiträgt.

Dieses Projekt korrespondiert mit dem geplanten gebietsübergreifenden Projekt (Umwandlung der
Pappelpflanzungen). Das Vorhaben soll wissenschaftlich begleitet werden. Dazu wird mit den
Büroräumen die Basis geschaffen.
Vor Ort sind die Grundlagen vorhanden, wie unterschiedliche Ausgangsstoffe (Biomasse) und eine
technische Anlage zur Energieerzeugung und Nutzung. Mit dem Büro werden dann die
Rahmenbedingungen für die Verbesserung der Biogasanlagen bzw. die Veredelung der Produkte
geschaffen. Dieses Projekt schafft neue Arbeitsplätze in der Region. Die wissenschaftlichen
Einrichtungen strahlen in Umgebung und schaffen durch ihre Leistungen und den Bedarf an Anlagen
zusätzliche Arbeitsplätze in nachgeordneten Einrichtung. Mit der Förderung sollen im Herrenhaus
vorläufig zwei Büroeinheiten mit einem modernen technischen Standard ausgebaut werden.

Für die Gesamtregion wurde ein Projekt entwickelt, das den Radtourismus in der Region befördern
soll. Dabei wurde durch die Mitglieder des Arbeitskreises 3 „Tourismus , Freizeit, Kultur und Bildung“
eine Radwegekarte für die Region erarbeitet. Diese wird im Herbst 2007 gedruckt und steht zum
Jahresende zur Verfügung. Die Radwegekarte orientiert sich am vorhandenen Bestand an Wegen.
Aus diesem Grund sind zur Umsetzung dieses Konzeptes nur geringe Strecken als Lückenschluss
auszubauen, so dass insgesamt positive Effekte erwartet werden. Da man auf die Ergebnisse der
Arbeit nicht bis 2008 warten wollte, hat der Arbeitskreis in Zusammenarbeit mit den beiden
Verwaltungsgemeinschaften bereits 2007 die Karte mit den Radwegen in Auftrag geben. Auch wurden
die Wege beschildert. Diese Wege erschließen den Raum und bilden einen Rahmen. Mit den Wegen
werden einzelne Objekte miteinander verbunden, u.a. das Touristenzentrum Gröningen, der Kiessee
in Gröningen und der Reiterhof in Oschersleben. Damit wird erreicht, dass durch geringe öffentliche
Investitionen in die Infrastruktur (Radwege) verschiedene Privatinvestitionen initiiert werden. Zwei
Beispiele für die Umsetzung dieser Strategie sind:

Kiessee Gröningen:
In der ansonsten gewässerarmen Börde bildet der Kiessee in Gröningen einen überregionalen
Anziehungspunkt. In Verbindung mit der benachbarten Offroad-Strecke der Motorsportarena
Oschersleben soll dieser Bereich touristisch erschlossen werden. Damit werden Arbeitsplätze am See
geschaffen und die Attraktivität der Region gesteigert. Die derzeitige Nutzung wird ausgebaut und
dauerhaft geregelt. Die Anbindung an das Radwegenetz ist gegeben, so dass sich das Vorhaben in
den großen Rahmen einpasst. Dazu soll in Verbindung mit dem Motorcrossgelände ein Campingplatz
eingerichtet werden. Weiterhin sind Parkplätze, Kinderspielplätze und Versorgungsanlagen für das
Strandbad geplant. Dieses Vorhaben würde Synergieeffekte mit dem benachbarten „Ländlichen
Tourismuszentrum in Gröningen“ und dem Reiterhof Behrens bewirken. Die Gäste der Kanutouren
und des Reiterhofes hätten einen Campingplatz in der Region und die Möglichkeit, neben den
sportlichen Aktivitäten (Reiten und Kanufahren) oder den kulturellen (Denkmale) auch am Strand
auszuspannen.

Reiterhof Behrens:
Im ländlich geprägten Stadtrand von Oschersleben liegt der Reiterhof Behrens. Der Betreiber möchte
die bestehenden umfangreichen Angebote um das therapeutische Reiten erweitern. Damit soll der
Freizeitbereich ausgebaut werden. Es würde ein neues wichtiges Angebot für die Region entstehen.
Die Anlagen wären besser ausgelastet und neue Arbeitsplätze durch das therapeutische Reiten
würden entstehen. Mit den Fördermitteln sollen die notwendigen technischen Anlagen für das
therapeutische Reiten (Hallen und Unterstände, eingefriedete Reitplätze und die Sanitäranlagen für
die Patienten) angeschafft werden.

Maßnahmebündel 2: Bildungslandschaft Börde – lebenslanges Lernen als Standortfaktor und
Zukunftschance
Mit diesem Maßnahmebündel soll das „Lebenslange Lernen“ befördert werden. Die einzelnen Projekte
setzen bei unterschiedlichen Altersgruppen an und bilden als Gesamtheit eine Begleitung der Bürger
während ihres gesamten Lebens. Für Kinder wird ein Programm zur frühkindlichen
Fremdsprachenerziehung vorbereitet. Dazu wurden konkrete Ideen im Arbeitskreis 3 erarbeitet. Da
die Aufwendung hierfür durch das Leaderprogramm wegen ihrer speziellen Ausrichtung nicht
übernommen werden kann, wird durch den Arbeitskreis 3 zusammen mit den Gebietskörperschaften
versucht, diese Projektidee durch andere Förderungen bzw. aus eigener Kraft umzusetzen.

Für die nächste Entwicklungsphase der Schulkinder wurden in Kroppenstedt zwei Projekte entwickelt,
einmal die Erweiterung des Kindergästehauses und dann der Ausbau einer alten Hofstelle unter dem
Thema „Wohnen wie zu Uromas Zeiten“.
Hiermit werden Angebote geschaffen, die den regulären Schulunterricht ergänzen und interessanter
gestalten. Für die älteren Schuljahrgänge wurde das Projekt einer berufspraktischen
Ausbildungsförderung entwickelt.
Damit sind die Kinder in den oberen Klassen mit Ausbildungsberufen der Region vertraut zu machen.
Für die Weiterbildung der Erwachsenen soll in Üplingen ein Tagungs- und Weiterbildungszentrum für
erneuerbare Energien aufgebaut werden. Dieses ist Teil des ILEK Leitprojektes Üplingen 2049.
Tagungs- und Weiterbildungszentrum erneuerbare Energien
Als Ergänzung zu den beiden oben beschriebenen Projekten (Nutzung der Restwärme und die
Einrichtung von Büroräumen) wird in Üplingen ein Tagungs- und Weiterbildungszentrum für
erneuerbare Energien eingerichtet. Damit sollen die Erkenntnisse aus dem Betrieb der Biogasanlagen
in die Breite getragen werden. Dieses Zentrum spricht speziell Landwirte an, um sie für einen
effektiven Betrieb ihrer Biogasanlagen fit zu machen. Durch das Angebot an
Weiterbildungsveranstaltungen soll der Betrieb und die Akzeptanz der Anlagen verbessert werden.
Inhalt der Förderung ist die Finanzierung einer Machbarkeitsstudie und eines Geschäftsplanes für ein
Tagungszentrum für erneuerbare Energien in Üplingen. Die Umsetzung des Projektes ist so früh wie
möglich im Jahr 2008 geplant, damit die Ergebnisse der Studien und Planungen entsprechend
umgesetzt werden können.

Ausbau der Kindergärten in der Region
Die Bildung muss bei den Kleinsten und Schwächsten der Gesellschaft ansetzen. Grundlage für die
Betreuung sind intakte Gebäude. Mit dem Zustand der Kindergärten dokumentiert eine Gesellschaft
ihr Interesse an ihrer Zukunft, den Kindern. Aus diesem Grund sind im Zusammenhang mit dem
Leaderprogramm die baulichen Situationen der Kindergärten in der Region zu verbessern.
Eine vollständige Übersicht über die einzelnen Maßnahmen kann der Anlage 5 entnommen werden.
Die Maßnahmen sollen im Jahr 2008 beginnen und bis zum Jahr 2010 umgesetzt werden.
Kindergästehaus Kroppenstedt
Die Kirchengemeinde betreibt seit 1995 eine Begegnungsstätte mit Bildungsangeboten für Kinder,
Jugendliche und Erwachsene (Seminare, Gruppenangebote, Töpferei u.a.). Auf Grund des guten
Zuspruches wurde ein kleines Haus als Übernachtungsmöglichkeit ausgebaut („Kindergästehaus“).
Durch Schenkung des Nachbargrundstückes können diese Nutzungen jetzt erweitert und die
Bildungsangebote mit weiteren Werkstattbereichen ergänzt werden (Holz, Druck, Schmiede,
Fahrradselbsthilfe). Im ersten BA wurde die alte Torfahrt abgetragen und im Rohbau neu errichtet.
Zur Fertigstellung sind nötig: Elektrik, Sanitär, Heizung, Fließen, Dämmung, Trockenbau, Fenster,
Türen, teilweise Ausstattung.
Die Fertigstellung des 2. BA („Wohnen wie zu Uromas Zeiten“ im historisch renovierten Bauernhaus –
8 Zimmer) würde die Nutzung des Kindergästehauses (bisher Kinder- und Jugendgruppen und junge
Erwachsene als Selbstversorger) nochmals sehr erweitern und auch die Großelterngeneration
einbeziehen können. Mit dem Vorhaben wird das Anbgebot des Gästehauses erweitert und es werden
zusätzlich Arbeitsplätze geschaffen.

Berufsorientierender Unterricht
Die Berufssituation in unserem Land ist geprägt von einer hohen Jugendarbeitslosigkeit,
Lehrstellenmangel und einer großen Zahl von Ausbildungsabbrechern. Diesem Problem soll offensiv
mit dem Projekt begegnet werden.
Ziel des Vorhabens ist gemeinsam mit Unternehmen, Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, sich
umfangreich über verschiedene Berufsfelder zu informieren, sich auszuprobieren, unter praxisnahen
Bedingungen zu lernen und Erfahrungen zu sammeln. Unternehmen haben die Möglichkeit, ihre
zukünftigen Nachwuchskräfte kennen zu lernen und langfristig auf ihre Tätigkeit im Unternehmen
vorzubereiten.

Dieser berufsorientierende Unterricht erfolgt in mehreren Stufen. In der 5. und 6. Klasse werden über
Arbeitsgemeinschaften die Schüler an das Problem herangeführt. In der 7. und 8. Klasse folgt der
berufspraktische Unterricht in verschiedenen Unternehmen und anerkannten Bildungsträgern der
Region. Daran schließen sich Praktikas oder orientierende Veranstaltungen in der 9. Klasse an.
Mit den Maßnahmen ist den Kindern ein Einblick in die Arbeitswelt zu vermitteln, damit die Berufswahl
einfacher und erfolgreicher verläuft.
Unternehmen sollen motiviert werden, mehr Ausbildungsplätze anzubieten, damit insgesamt in der
Region genügend Fachkräfte für eine Entwicklung zur Verfügung stehen. Das Förderprogramm bietet
als Anschubfinanzierung die Möglichkeit, die Koordinierung der Maßnahmen, Materialkosten,
Mietkosten und Sachkosten für ein Jahr zu übernehmen. Danach soll das Projekt durch Umlagen
finanziert werden.

Maßnahmebündel 3: Erhaltung ortsbildprägender historischer Bausubstanz durch neue
Nutzungen zur Sicherung der Daseinsvorsorge
Mit dem Erhalt ortsbildprägender historischer Bausubstanz soll auf zwei Wegen die Daseinsvorsorge
in den Ortschaften gestärkt werden. Durch den Erhalt dieser Gebäude wird einmal die Eigenart der
Orte bewahrt, die Heimatverbundenheit und die regionale Identität steigen und dazu kommt weiterhin,
dass in diesen Gebäuden soziale und kulturelle Einrichtungen untergebracht werden können. Damit
wird das soziale Leben in den Dörfern gestärkt. Dies ist ebenfalls sehr wichtig für die
Daseinsvorsorge. Sie würde bewirken, dass die Bürger in der Region bleiben. Mit dem
Maßnahmebündel 1 werden die notwendigen Arbeitsplätze geschaffen und im Maßnahmebündel 3 die
wichtigen weichen Standortfaktoren befördert.

Mehrgenerationenhaus:
Ziel der lokalen Aktionsgruppe „Börde“ ist es, im Territorium ein Mehrgenerationenhaus einzurichten:
Das „Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren,
Frauen und Jugend bildet die Grundlage für die Planung und die Förderung. Gegenwärtig gibt es noch
keine endgültige Entscheidung über einen Standort und die Trägerschaft. Als mögliche Objekte
werden die ehemalige Kindereinrichtung im Wohngebiet Wasserrenne in Oschersleben (Bode) oder
die Gebäude des ehemaligen Klostergutes Hamersleben näher untersucht. Als Träger würde die
Volkssolidarität in Frage kommen. Mit den Mitteln soll vor allem die Gebäudesubstanz den
Ansprüchen eines Mehrgenerationenhauses angepasst werden. Durch das Mehrgenerationenhaus
würden wiederum Arbeitsplätze im ländlichen Bereich entstehen.

Ländliches Freizeitzentrum Krottorf:
Um den Vereinen des Ortes Raum für die Entfaltung ihrer Tätigkeit zu bieten, wird in Krottorf ein
ländliches Freizeitzentrum am Sportplatz eingerichtet. Dazu soll das vorhandene Gebäude am
Sportplatz aus- und umgebaut werden. Das Vereinsleben wird durch die zusätzlichen Räume
gesichert und bereichert. Dies führt dazu, das der Ort attraktiver und lebenswerter wird.
Umnutzung der Dorfkirche Emmeringen zum Kultur- und Ausstellungszentrum:
Die kleine Dorfkirche in Emmeringen wird nicht mehr für kirchliche Zwecke genutzt. Sie steht in der
Ortsmitte und soll als Dorfmittelpunkt, als Kultur- und Ausstellungszentrum, erhalten und entwickelt
werden. Dazu sollen das kleine Gebäude saniert (Fassade und Dach) und im Inneren die Wände und
Fenster instand gesetzt werden. Damit wird die ortsbildprägende Bausubstanz erhalten und für die
Zukunft bewahrt. Mit der Fördermaßnahme erhält dieses Gebäude auch eine zukunftsorientiert
Nutzung.

C.3 Darstellung der gebietsübergreifenden und transnationalen Projekte
Gebietsübergreifende Projekte:
In den Ackerflächen wurden in den 50er und 60er Jahren zum Schutz der Flächen vor Bodenerosion
Windschutzpflanzungen angelegt. Die Pappeln haben nach ca. 40 Jahren ihr Bestandsoptimum
erreicht und brechen langsam zusammen. Es gab bisher viele Ansätze, dieses Problem zu lösen.
Diese sind aber durch ihren sektoralen Ansatz immer gescheitert. Mit der Leadermethode soll dieses
Problem gelöst werden. Bei allen beteiligten Landwirten, den Naturschutzbehörden und den
Naturschutzverbänden bestand in einem Punkt Einigkeit, die Windschutzstreifen sind zwar zu erhalten
(Erosionsschutz und Lebensraum), aber sie müssen umgebaut werden, damit sie ihre Funktion
langfristig erfüllen können.
Mit der Umsetzung des Projektes entsteht eine WIN - WIN – Situation, denn von den Ergebnissen
profitieren alle Akteure, die Landwirte, die Naturschutzverwaltung und die Naturschutzverbände.
Dieses Projekt soll gebietsübergreifend mit den benachbarten Lokalen Aktionsgruppen „Colbitz –
Letzlinger Heide“ und „Flechtinger Höhenzug“ angegangen werden. Die Idee entstand in der Colbitz –
Letzlinger Heide. Hier werden auch die ersten Versuche ausgeführt. Für die Umsetzung wurde der
Maschinenring Haldensleben gewonnen.
Dieser wird sich die entsprechende Technik zu Gewinnung und Verarbeitung der Pappelpflanzungen
anschaffen. Die weitere Verwertung soll mit dem Projekt in Üplingen qualifiziert werden
(wissenschaftliche Begleitung). Da sich der Technikkomplex nur für einen größeren Raum lohnt, wird
dieses Projekt gebietsübergreifend angelegt. Mit der Förderung sollen vor allem die Bepflanzung und
die begleitenden Studien finanziert werden, denn nach der Entnahme der Pappeln müssen diese
Flächen im Interesse aller (Win – Win – Situation) wieder mit dauerhaften, einheimischen und
standortgerechten Gehölzen bepflanzt werden. Ziel der Projektes ist es, durch eine
Anschubfinanzierung einen selbsttragenden Prozess zu initiieren. Durch das Vorhaben werden
Arbeitsplätze geschaffen. Träger der Maßnahme im Gebiet der LAG sind die Mitgliedsgemeinden der
Lokalen Aktionsgruppe „Börde“.

Transnationale Zusammenarbeit
Die Lokale Aktionsgruppe strebt eine transnationale Zusammenarbeit mit der LAG „Verein
Waldviertler Wohlviertel“ in Niederösterreich an. Die Kontakte dazu wurden durch die FRAME GmbH
aus Üplingen im Rahmen des ILEK – Leitprojektes „Uplingen 2049“ hergestellt. Ziel der
Zusammenarbeit ist die Entwicklung von gemeinsamen Projekten. Dabei ist die stoffliche und
energetische Nutzung nachwachsender Rohstoffe ein Schwerpunkt der Arbeit. Den Landwirten sollen
alternative Verwendungs- und Verarbeitungsmöglichkeiten unter anderem für Öl- und Faserpflanzen
näher gebracht werden, wie zum Beispiel:
- Verwendung von reinem Pflanzenöl als Dieselersatz
- Entwicklung neuer Produkte aus Faserpflanzen
- Vorarbeiten und Entwicklung neuer Industriepflanzen.

C.4 Übertragbarkeit der Aktionen
Die Region beginnt erst mit dem Wettbewerbsaufruf für die neue Förderperiode mit der regionalen
Zuarbeit als Lokale Aktionsgruppe. Aus diesem Grund ist die LAG vor allem bestrebt, von den
Erfahrungen benachbarter Leader – Regionen zu lernen. Trotz dieses Problems wurde bei der
Projektentwicklung darauf geachtet, dass die Projekte auch auf benachbarte Regionen übertragbar
sind. Zum Beispiel besteht in vielen Regionen das Problem mit den Pappelpflanzungen als
Windschutzstreifen. Dieses wird durch die LAG zusammen mit der LAG „Colbitz – Letzlinger Heide“
und „Flechtinger Höhenzug“ angegangen. Die Ergebnisse sowie die erarbeiteten Lösungen sind von
Regionen mit ähnlichen Problemen übertragbar.
Ein weiteres innovatives Projekt sollte möglichst von vielen Kommunen übernommen werden. Das ist
die regionale Wertschöpfungskette in Kroppenstedt. Viele Kirchen und Orte besitzen Ackerflächen und
damit die Grundlage der landwirtschaftlichen Produktion. Durch die Erzeugung und Verarbeitung von
Ölsaaten bleibt die Wertschöpfung in der Region und sie bereichert den regionalen Wirtschaftsraum.
Auch das Projekt „Berufsorientierte und berufspraktische Ausbildungsförderung“ kann auf andere
Regionen übertragen werden. Das ganzheitliche Anliegen des Projektes stellt sich der aktuellen
Situation auf dem Arbeitsmarkt, Jugendliche auf den Arbeitsmarkt zuzulassen, die eine klare
Orientierung für ihren Ausbildungsberuf besitzen, Fähigkeiten und Fertigkeiten in diesem Berufsfeld
erlangt haben und einen sofortigen Einstieg im Ausbildungsbetrieb ermöglichen. Das ist die konkrete
Zielrichtung des Projektes. Gekoppelt mit der Einbindung von älteren Beschäftigten stellt dies eine
Aufgabe dar, die in allen Bundesländern von Bedeutung ist und auch eine Herausforderung darstellt.

C.5 Ziele und Umsetzung der Öffentlichkeitsarbeit
Zur Begleitung des Entwicklungsprozesses wurde eine umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit
durchgeführt. Diese bestand aus den folgenden drei Teilen:
1. Pressearbeit
2. Öffentliche Sitzungen und Informationsveranstaltungen
3. Internet

Ziel war eine umfangreiche Information der Bevölkerung, um eine möglichst breite Mitarbeit zu
initiieren und um Leader in der Region bekannt zu machen.

Pressearbeit:
Zu allen wichtigen Terminen und allen Ergebnissen wurde ausführlich in der lokalen Presse und in
den Amtsblättern berichtet. Ziel der Pressearbeit war es, breite Bevölkerungskreise über LAEDER
und die ländliche Entwicklung zu informieren, um möglichst viele Bürger zu erreichen.

Informationsveranstaltungen:
Eine erste Informationsveranstaltung wurde am 19.04.2006 in Hamersleben durchgeführt. Weitere
folgten am 13.07.2006 und am 21.09.2006 in Oschersleben. Auf der Beratung am 21.09.2006 wurde
die Gründung einer lokalen Aktionsgruppe beschlossen.
Danach wurden in regelmäßigen Abständen Mitgliederversammlungen durchgeführt. Auch der
regelmäßig durchgeführte „Tag der Region“ wurde zur Information der Bevölkerung genutzt.
Internet:
Seit Mitte August 2007 kann die Entwicklungsstrategie auf der Internetseiten der VG Oschersleben
und der VG Westliche Börde von allen Bürgern eingesehen werden (www.oscherslebenbode.de und
www.vgem-westlicheboerde.de). Damit konnte eine breite Beteiligung der Bevölkerung gesichert
werden.

Auch in Zukunft wird sich die Öffentlichkeitsarbeit auf die oben beschriebenen drei Standbeine
stützen. Es sind die folgenden Aktivitäten geplant:
Presse:
Die Bevölkerung wird wie bisher durch die regionale Presse (Volkstimme und Generalanzeiger) von
den Höhepunkten und wichtigsten Ereignissen der Region unterrichtet. Weiterhin sollen alle Termine
und Hineise über die Mitteilungsblätter der beiden Verwaltungsgemeinschaften veröffentlich werden.
Dadurch wird jeder Bürger der Region erreicht.
Internet:
Mit der offiziellen Bestätigung der LAG soll diese auch eine Internetseite (Homepage) erhalten. Diese
informiert dann alle Bürger direkt über die Arbeit der LAG und gibt wichtige Termine bekannt.
Informationsveranstaltungen:
Zur Information werden in Zukunft die Mitgliederversammlungen genutzt.

C.6 Darstellung des zu erwartenden Mehrwerts des Gesamtkonzeptes
Der Mehrwert für die Region entsteht durch die Umsetzung aufeinander abgestimmter Projekte, die
sich gegenseitig unterstützen bzw. bei denen Wertschöpfungsketten entstehen, die aufeinander
aufbauen.
Grundlage für die regionale Entwicklung sind die Menschen der Region.
Dieser Grundidee folgend wird vor allem in Köpfe investiert, denn nur Wissen führt langfristig zu
Wachstum und Entwicklung. Mit der geplanten Bildungsoffensive und der Initiierung eines
lebenslangen Lernprozesses kann sich die Region den Herausforderungen des demografischen
Wandels stellen. Entsprechend dieser Grundidee wird überwiegend in Bewusstseinsbildung über
soziokulturelle Entwicklung investiert.
Mit den Projekten werden Fachkräfte ausgebildet, die in Zukunft durch Firmen gesucht werden. Es ist
dann abzusehen, dass sich Firmen in einer Region mit einem gut ausgebildeten und hoch motivierten
Arbeitskräftepotential ansiedeln. Diese Entwicklung, der Bildungsinitiative, wird durch die Stärkung der
weichen Standortfaktoren massiv gestützt. Durch das Tagungszentrum in Üplingen wird Wissen in die
Region getragen, das sich auf die Forschung an Biogasanlagen konzentriert. Weiterhin sind
Universitäten mit ihrem Potential an die Region zu binden, die in angrenzenden Wirtschaftsbereichen
zu Synergieeffekten und Entwicklungsschüben führen.

Mit den Projekten werden in regionalen Wertschöpfungsketten Arbeitsplätze in der Region entstehen
(Üplingen, Kroppenstedt), so dass positive Effekte auch im Handel und der Versorgung zu erwarten
sind.

Die initiierte regionale Zusammenarbeit führte dazu, dass neue Kooperationen entstanden sind und
das sich Gleichgesinnte treffen, die jetzt gemeinsam Probleme lösen. Dazu möchten wir nur zwei
Beispiele kurz anführen.

Im Arbeitskreis Tourismus, Freizeit, Kultur und Bildung wurde die Idee geboren, auch auf den Dörfern
eine frühkindliche Spracherziehung zu ermöglichen. Dieses Projekt lässt sich nicht mit dem
Förderprogramm Leader umsetzten.
Dies führte nicht dazu, dass die Idee verworfen wurde, sondern die Mitglieder des Arbeitskreises
suchten unabhängig von einer Förderung nach einer Lösung, um dieses Problem in einem
Pilotvorhaben umzusetzen und so die Gleichwertigkeit und Chancengleichheit zwischen den
Regionen herzustellen.
Bei Gesprächen in den Arbeitskreisen in der Bildungsstätte in Peseckendorf konnte eine
Zusammenarbeit zwischen dem Reiterhof Behrens, dem Kreisportbund und der Bildungsstätte
vereinbart werden. Dadurch werden vorhandene Angebote besser ausgelastet und für die Gäste der
Bildungsstätte können neue attraktive Angebote für Sport und Freizeit angeboten werden.

D Finanzierungsplan

D.1 Darstellung der Gesamtausgaben
Die Gesamtausgaben belaufen sich auf 5.868.000,00 €, entsprechend der in Anlage 4
zusammengestellten Projekte. Diese sind in Jahresscheiben von 2008 – 2013 zeitlich gestaffelt
umzusetzen.

(Farbgebung der Tabelle siehe Anlage 5)

D.2 Benennung möglicher Kofinanzierungsträger
Mit den möglichen Kofinanzierungsträgern wurden bereits erste Gespräche geführt. Konkret konnten
noch keine Zusagen vereinbart werden, da die genauen Summen, der zeitliche Rahmen und die
Förderbedingungen noch offen sind. Grundsätzlich besteht bei den Kommunen,
Verwaltungsgemeinschaften und dem Landkreis die Bereitschaft, für Projekte in ihrem Wirkungskreis
als Kofinanzierungsträger aufzutreten. Weitere Gespräche wurden mit der Kreissparkasse, der Lotto –
Toto GmbH und verschiedenen Stiftungen geführt.

D. 3 Aussagen zur Finanzierung des Leadermanagements
Für die Finanzierung des Leadermanagement sind verschiedene Modelle denkbar. Wichtig ist die
Umsetzung der Vorgaben der Landesregierung. Diese wünscht ein straffes und wirtschaftliches
Management.
So werden die Managementkosten auf maximal 20 % der Mittel der Gesamtfördersumme begrenzt,
auch sind je ILEK – Region maximale Gesamtfördersummen festgelegt. Diese werden unbedingt
eingehalten.
Finanzierungsquellen für die förderfähigen Kosten des Leader-Managements,
Anteil in Prozent



Die LAG wird ihr Management ausschreiben und an den günstigsten Bieter (Qualifikation und Kosten)
vergeben. Zur Zeit laufen intensive Abstimmungen zwischen der LAG und dem Landkreis Börde sowie
mit benachbarten Lokalen Aktionsgruppen. Dabei wird die Finanzierung des Managements
ausgelotet. Bisher sind für die Finanzierung des Eigenanteils (incl. Mehrwertsteuer) des Managements
mehrere Modelle in der Diskussion.

1. Finanzierung des Eigenanteils durch eine Umlage des Landkreises
2. Finanzierung des Eigenanteil m Management durch Mitgliederbeiträge bzw. eine Umlage der
Lokalen Aktionsgruppe bzw. der geförderten Projektträger
3. Sponsoring. Es wurden schon viele Gespräche mit potentiellen Sponsoren geführt, diese
hatten bisher leider kein positives Ergebnis. Durch den Vorstand werden trotzdem diese
Gespräche fortgesetzt.
Dieser Diskussionsprozess wurde bisher noch nicht abgeschlossen. Der Vorschlage des Landkreises
Börde, das der Landkreis nur personelle und materielle Hilfe anbietet, sich aber nicht an den Kosten
beteiligen kann, muss wegen der begrenzten Eigenmittel der Region abgelehnt werden. Sehr
wahrscheinlich wird das Management durch eine Mischfinanzierung, bei der der Landkreis und die
LAG je einen gewissen Anteil tragen, finanziert. Diese Kompromisslösung wird in der nächsten Zeit
verhandelt. Konkrete Ergebnisse liegen noch nicht vor.
Unabhängig von der generellen Lösung versucht die LAG durch Gespräche mit benachbarten lokalen
Aktionsgruppen die Möglichkeiten auszuloten, Kosten durch ein gemeinsames Management zu
sparen.

E Monitoring

E.1 Beschreibung des Monitoringverfahrens
Die Arbeit der LAG soll durch einen Evaluierungsprozess begleitet werden. Dadurch ist immer wieder
die tatsächliche Entwicklung mit den angestrebten Entwicklungszielen zu vergleichen. Bei
Abweichungen sollen frühzeitig durch Feinjustierungen der Arbeit und der Vorhaben die
Entwicklungsziele erreicht werden.
Die LAG beabsichtigt, dass Management mit den notwendigen Arbeiten zum Monitoring zu
beauftragen. Für eine externe Evaluierung der LAG fehlen die notwendigen Mittel.
Das Management wird beauftragt, regelmäßig (zweimal pro Jahr) zu jeder Mitgliederversammlung
Rechenschaft über den Stand der Umsetzung der Strategie und der einzelnen Projekte abzulegen.
Auf dieser Grundlage werden dann durch das Management die Unterlagen für die
Rechenschaftsberichte zum Regionalen Begleitausschuss und der jährliche Zwischenbericht an die
Kommission erarbeitet.
Der Kriterienkatalog (siehe Anlage 8) wird von jedem Projektträger ausgefüllt. An diesen
festgeschriebenen Kriterien kann später der Erfolg des Projektes gemessen und das Projekt bewertet
werden.

E.2 Darstellung der qualitativen und quantitativen Erfolgskriterien zur
Überprüfung der regionalen Entwicklung
Die abrechenbaren Erfolgskriterien wurden zur besseren Nachvollziehbarkeit den einzelnen
Schwerpunkten und Maßnahmebündeln zugeordnet. Dazu werden vor Projektbeginn die
grundsätzlichen Parameter festgelegt und aufgenommen, um anrechenbare Größen für die Messung
des Projekterfolges zu erhalten.



F Anlagen
Anlage 1: Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsdichte
Entwicklung der Bevölkerung im LEADER Kreis Börde



Anlage 2: Arbeitslosigkeit
Arbeitslosenzahlen Verwaltungsgemeinschaft Oschersleben
und Westliche Börde



Anlage 3: Vereinbarung über die Zusammenarbeit und Geschäftsordnung der LAG



Auf der Grundlage der Verordnung (EG) Nr. 1698/2005 des Rates der Europäischen Union vom 20.09.2005 über
die Förderung der Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) und unter dem Vorbehalt von möglichen
Ergänzungen aus noch zu erwartenden Landesvorschriften, sowie dem Gesetz über kommunale
Gemeinschaftsarbeit GKG-LSA § 2 Abs. 2,zuletzt geändert durch das zweite Gesetz zur Änderung des Gesetzes
über kommunale Gemeinschaftsarbeit vom 25.Februar 2004, vereinbaren die Unterzeichner die Bildung einer
Arbeitsgemeinschaft (ARGE), die die Zusammenarbeit ihrer Mitglieder für die nachhaltige Entwicklung der Region
„Börde“ partnerschaftlich organisiert und die gebietsbezogene lokale Entwicklungsstrategie umsetzt.
§ 1
Mitglieder, Name, Sitz
(1) Ständige Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft sind:
Siehe Anlage 4 - Mitglieder der LAG
(2) Weitere Vertreter der Wirtschafts- und Sozialpartner wie Körperschaften und
Stiftungen des öffentlichen Rechts sowie natürliche und juristische Personen des
Privatrechts können nach Mehrheitsbeschluss der o. g. ständigen Mitglieder weiterhin
in die Arbeitsgemeinschaft aufgenommen werden.
(3) Die Arbeitsgemeinschaft führt den Namen „Lokale Aktionsgruppe Börde“.
(4) Der Geschäftssitz der ARGE wird in der Stadt Oschersleben(Bode) eingerichtet.
§ 2
Aufgaben der ARGE
(1) Die ARGE bestimmt das Leitbild und die Leitlinien für das von ihr zu beschließende
Konzept der lokalen Entwicklungspartnerschaft.
(2) Die ARGE erarbeitet eine gebietsbezogene lokale Entwicklungsstrategie. Sie ist
Träger dieser integrierten örtlichen Entwicklungsstrategie und für deren Umsetzung in
den einzelnen Jahresscheiben der laufenden Förderperiode 2007 bis 2013 verantwortlich.
Sie steht in Übereinstimmung mit den Zielen der Landesentwicklung, der Raumordnung und des integrierten
ländlichen Entwicklungskonzeptes (ILEK) für die Region Magdeburg. Die
Entwicklungsstrategie der Leader Region konzentriert sich auf folgende fünf Schwerpunkte, die mit den ILEKLeitprojekten
in Verbindung stehen.
1. Schaffung von Arbeitsplätzen durch Stärkung der Wirtschaftskraft.
2. Verminderung der Abwanderung, insbesondere der Jugend aus den Dörfern.
3. Anpassung der Infrastruktur für die Daseinsvorsorge.
4. Kompetenzentwicklung und Motivation.
5. Moderner Naturschutz in Kooperation mit dem Tourismus und der Land- und
Forstwirtschaft.
(3) Die Arbeit der ARGE bei der Auswahl und Bestätigung der Einzelprojekte ist darauf
gerichtet, dass
Ø sie einen hohen Vernetzungsgrad zwischen den lokalen Partnern erreichen,
Ø die Entwicklungsziele des Konzeptes der lokalen Entwicklungspartnerschaft
durch Synergien der örtlichen innovativen Projekte besser erreicht werden und
Ø die örtlich vorhandenen Ressourcen für eine nachhaltige Entwicklung der Region
Börde besser genutzt und ausgeschöpft werden können.
Die Bewertung der Einzelobjekte erfolgt anhand der Vorgaben, der
Bewilligungsbehörde.
(4) Die ARGE wendet das Bottom- up- Prinzip an und ist dem Kooperationsgedanken
zwischen den Mitgliedern verpflichtet. Sie steht für die gebietsübergreifende und
transnationale Zusammenarbeit ein und nimmt Kontakte zu gleichartigen Partnern in Land
und Bund auf.
(5) Die ARGE bestimmt aus ihrer Mitte einen Vorstand, der aus dem Vorsitzenden, dem
Stellvertreter des Vorsitzenden und 5 Beisitzern besteht.

§ 3
Aufgaben des Vorstandes
(1) Der Vorstand ist das Arbeitsgremium der ARGE zwischen ihren Sitzungen.
(2) Der Vorstand beruft die Sitzung der ARGE ein und bereitet die Sitzungsunterlagen vor.
(3) Der Vorstand erarbeitet anhand der vom Land vorgegebenen materiellen und finanziellen
Indikatoren sowie der geltenden Auswahlkriterien Entscheidungsvorschläge für die
ARGE betreffs der in den einzelnen Jahresscheiben zu genehmigenden Einzelprojekte aus.
(4) Der Vorstand prüft ständig die Ergebnisse und den Fortschritt in der Durchsetzung des
Konzeptes der lokalen Entwicklungspartnerschaft (Evaluierung) und bereitet im Ergebnis
dessen Entscheidungsvorschläge für die ARGE vor.

§ 4
Leader - Management
(1) Im Ergebnis eines Ausschreibungsverfahrens bestimmt die ARGE nach gründlicher
Eignungsprüfung aus den Reihen der Bewerber den Leader Manager.
(2) Die ARGE beauftragt den Leader Manager mit der Führung der Geschäfte ihrer
laufenden Verwaltung.
(3) Der Leader Manager ist verantwortlich für die unmittelbar zu leistenden Vor- und
Nacharbeiten für die Sitzungen des Vorstandes und der ARGE.
(4) Dem Leader Manager obliegt die Anleitung der einzelnen Projektträger bei der
Antragstellung bis hin zur Verwendungsnachweisprüfung.
(5) Der Leader Manager gestaltet die Öffentlichkeitsarbeit der ARGE und hält ständigen
Kontakt zu den Medien.
(6) Der Leader Manager baut eine feste Verbindung zur Nationalen Vernetzungsstelle
Leader und der Europäischen Vernetzungsstelle auf. Er arbeitet eng mit den
Bewilligungsbehörden zusammen.

§ 5
Verwaltung öffentlicher Zuschüsse bzw. der finanziellen
Eigenanteile der Einzelprojektträger
(1) Die ARGE bedient sich zur Erledigung der Verwaltungsarbeit im Zuge der Durchführung
der Einzelprojekte der beiden Verwaltungen in Oschersleben und Gröningen, soweit diese
Arbeiten nicht durch den Leader Manager selbst ausgeführt werden sollen.
(2) Die Verwaltungen bearbeiten den technischen und finanziellen Teil kommunaler
Einzelprojekte von der Antragstellung bis zur Verwendungsnachweisführung in
Zusammenarbeit mit dem Leader Manager.
Die geltenden Fördergrundsätze der EU- Kommission und die daraus abgeleiteten
Richtlinien des Landes sind zu beachten.

§ 6
Sprachliche Gleichstellung
Personen und Funktionsbezeichnungen gelten jeweils in weiblicher und männlicher Form.

§ 7
Änderung der Vereinbarung
Änderungen dieser Vereinbarung bedürfen der Mehrheit der Stimmen der ständigen Mitglieder der ARGE.

§ 8
Beendigung der Mitgliedschaft
Der Austritt aus der ARGE- Mitgliedschaft von ständigen Mitgliedern ist zu jeder Zeit möglich. Die
Austrittserklärung ist dem Vorstand der ARGE in schriftlicher Form mitzuteilen.

§ 9
Inkrafttreten
Die Vereinbarung zur Bildung der ARGE Lokale Aktionsgruppe Börde tritt mit der Genehmigung durch die
Bewilligungsbehörde in Kraft.

Die ständigen Mitglieder der ARGE erklären mit ihrer Unterschrift, dass sie dieser Vereinbarung zugestimmt
haben.



 
§ 1
Grundsätzliches
(1) Die ARGE und ihr Vorstand sind zuständig für die Erarbeitung und die Umsetzung des
Konzeptes für die lokale Entwicklungspartnerschaft in der Leader- Region Börde in der
EU- Förderperiode 2007 bis 2013.
(2) Zur Realisierung dieser Aufgabenstellung bildet die ARGE sachspezifische Fachgruppen,
in denen sachkundige Bürger aus der Region mitwirken.
(3) Die ARGE und der Vorstand fassen dazu in ihren Sitzungen die notwenigen Beschlüsse.
§ 2
Einberufung, Einladung
(1) Die Sitzungen der ARGE werden durch ihren Vorsitzenden einberufen. Sie finden
regelmäßig zweimal im Jahr statt. Bei Bedarf können weitere Sitzungen einberufen
werden.
(2) Die Sitzungen des Vorstandes finden regelmäßig jeden zweiten Monat im Jahr statt und
werden durch den Vorsitzenden der ARGE einberufen.
(3) Der Vorsitzende bestimmt die Einberufung der ARGE- Sitzung bzw. ihres Vorstandes,
den Ort und den Zeitpunkt des Zusammentretens. Die Tagesordnung ist der Einladung
beizufügen.
§ 3
Öffentlichkeit der Sitzung
(1) Die Sitzungen sind nicht öffentlich.
(2) Bei Bedarf können Vertreter von Fachbehörden oder sonstiger Sachverständiger zur
Teilnahme an den Sitzungen geladen werden.
§ 4
Sitzungsverlauf
Die Sitzungen sind in folgender Reihenfolge durchzuführen:
a) Eröffnung der Sitzung, Feststellung der Ordnungsmäßigkeit der Einladung und der
Beschlussfähigkeit.
-1-
b) Änderungsanträge zur Tagesordnung und Feststellung der Tagesordnung.
c) Genehmigung der Niederschrift der letzten Sitzung.
d) Bericht des Vorstandes über die Ausführung gefasster Beschlüsse.
e) Abwicklung der Tagesordnungspunkte.
f) Anfragen und Anregungen durch die Mitglieder.
§ 5
Beratung der Sitzungsgegenstände
(1) Nach den Begründungen des Vorsitzenden zu den Gegenständen der Tagesordnung, ggf.
nach dem Vortrag von Sachverständigen, eröffnet der Vorsitzende die Beratung zum
jeweiligen Tagesordnungspunkt.
(2) Ein Mitglied der ARGE darf in der Sitzung nur dann sprechen, wenn ihm der Vorsitzende
das Wort erteilt. Das Wort kann wiederholt erteilt werden. Der Leader Manager hat das
Recht, in den Sitzungen zu allen Angelegenheiten zu sprechen. Der Vorsitzende erteilt das
Wort möglichst in der Reihenfolge der Wortmeldungen. Bei Meldungen zur Geschäftsordnung
ist das Wort außer der Reihe sofort zu erteilen.
(3) Redezeit eines Mitgliedes beträgt längstens 5 Minuten zu jedem Tagesordnungspunkt.
Der Redner darf nicht vom zu beratenden Thema abweichen.
(4) Während der Beratung sind nur zulässig:
a) Anträge zur Geschäftsordnung.
b) Zusatz- oder Änderungsanträge oder Anträge auf Zurückziehung des zu
beratenden Antrages.
(5) Der vorsitzende und der Antragsteller haben das Recht zur Schlussäußerung. Die
Beratung zum jeweiligen Tagesordnungspunkt wird vom Vorsitzenden geschlossen.
§ 6
Stimmrecht
Jedes ständige Mitglied der ARGE hat 1 Stimme.
- Der Landkreis Börde ist mit beratender Stimme tätig.
§ 7
Beschlussfassung
(1) Nach Schluss der Beratung eines Beschlussvorschlages oder eines Antrages lässt der
Vorsitzende abstimmen.
(2) Über jeden Antrag oder Beschlussvorschlag ist gesondert abzustimmen.
(3) Die Beschlussfähigkeit ist gegeben, wenn mindestens die Hälfte der stimmberechtigten
Mitglieder anwesend sind.
(4) Der Beschluss ist gefasst, wenn die Mehrheit der anwesenden stimmberechtigten
Mitglieder zugestimmt haben.
§ 8
Niederschrift
(1) Die Sitzungsniederschrift enthält mindestens:
a) die Zeit und den Ort der Sitzung,
b) die Namen der Teilnehmer,
c) die Tagesordnung,
d) den Wortlaut der Anträge und Beschlüsse und
e) das Ergebnis der Abstimmung.
(2) Der Vorsitzende und die Mitglieder können verlangen, dass ihre Erklärungen in der
Niederschrift festgehalten werden.
(3) Erhebt ein Mitglied der ARGE gegen die Richtigkeit oder Vollständigkeit der
Niederschrift Bedenken, so wird spätestens in der nächsten Sitzung über die
Begründetheit der Bedenken und ggf. über die Änderung der Niederschrift abgestimmt.
Wird im Ergebnis der Abstimmung den Bedenken nicht entsprochen, so ist das Bedenken
führende Mitglied berechtigt, die Aufnahme einer entsprechenden Erklärung in die
Niederschrift zu verlangen.
(4) Die Niederschrift muss spätestens 2 Wochen nach der jeweiligen Sitzung bei den
Mitgliedern vorliegen.
(5) Dem Protokollführer ist es gestattet, zur Anfertigung der Niederschrift
Tonbandaufnahmen aus der Sitzung zu verwenden. Nach Fertigstellung, Unterzeichnung
und Genehmigung der Niederschrift sind die Tonbandaufnahmen zu löschen.
§ 9
Verfahren im Vorstand der ARGE
(1) Die Bestimmungen dieser Geschäftsordnung finden für die Sitzungen des Vorstandes
ihre entsprechende Anwendung.
(2) Die Niederschrift ist allen Mitgliedern des Vorstandes und den Mitgliedern der ARGE
zuzuleiten.
Leader in Sachsen - Anhalt Lokale Entwicklungsstrategie für die Börde
W. Westhus Landschaftsarchitekt und Architekturbüro Windisch 36
§ 10
Unterrichtung der Presse und der Öffentlichkeit
Über die Ergebnisse der Sitzungen sind die Presse und die Öffentlichkeit zu unterrichten.
§ 11
Sprachliche Gleichstellung
Personen- und Funktionsbezeichnungen gelten jeweils in weiblicher und männlicher Form.
 
Diese Geschäftsordnung tritt mit Wirkung vom 31.12.2006 in Kraft.
Oschersleben(Bode), den 07.12.2006
…………………………………………
Becker
Vorsitzende des Vorstandes der ARGE

Anlage 4: Mitglieder der LAG
Zusammensetzung der „Lokale Aktionsgruppe Börde“
Stand: 06.07.2007



Anlage 5: Tabellarische Übersicht über die Einzelmaßnahmen












Anlage 6: Vorgaben der Raumordnung
Im regionalen Entwicklungsplan für die Planungsregion Magdeburg werden zum Gebiet der LAG die
folgenden Aussagen getroffen.

Vorranggebiete
- Natur und Landschaft
o Hohes und Saures Holz
o Hakel mit Schutzzone
- Landwirtschaft
o Teilgebiet der Magdeburger Börde
o Teilgebiet des nördlichen Harzvorlandes
- Hochwasserschutz
o Bode und Großes Bruch zwischen den Hochwasserdeichen
- Rohstoffgewinnung
o Gröningen Nord (Kies)
o Gröningen Nordwest (Kies)
o Hadmersleben (Kies)
o Wackersleben – Dornberg (Ton)
- Windenergienutzung
o Oschersleben
o Bullenberg (Völpke)
Regional bedeutsame Standorte
- Einzelstandorte Kultur und Denkmalpflege
o Hamersleben
o Neuwegersleben
o Wulferstedft
o Hadmersleben
o Gröningen
o Kroppenstedt
- Standort großflächiger Sportanlagen
o Motopark Oschersleben
Vorbehaltsgebiete
- Landwirtschaft
o Teilgebiet der Magdeburger Börde
o Teilgebiet des nördlichen Harzvorlandes
- Tourismus und Erholung
o Hohes und Saures Holz
- Ökologisches Verbundsystem
o Hohes Holz und Allerniederung
o Aueniederung
o Großes Bruch
o Seeburg
- Wiederbewaldung
o Bereich nördlich von Oschersleben
- Rohstoffgewinnung
o Kroppenstedt Nord (Kies)
o Kroppenstedt Süd (Kalkstein)
- Windkraftanlagen
o Gröningen / Wegeleben
Schnittstellen des ÖPNV
o Oschersleben
Struktur der zentralörtlichen Gliederung
- Oschersleben – Mittelzentrum
- Gröningen – Grundzentrum

Anlage 7. Handlungslinien und Handlungsfelder der ILEK s
In der folgenden Tabelle wurden die Schwerpunkte und Handlungslinien des ILEK in Beziehung zu
den ermittelten Handlungsfeldern entsprechend der Stärken- und Schwächenanalyse gesetzt.



Anlage 8. Mindestkriterien für die Projekteignung



Sachsen Anhalt Europäische Kommission Ländliche Entwicklung 2007-2013 Landkreis Börde Netzwerk Ländliche Räume